Deutsche Jahrhunderte in 100 Minuten

Kaum ein Jahrzehnt ohne Kriege, ohne Vernichtung,
Lernen es die Menschen jemals achtsam miteinander umzugehen?

Das 5. Jahrhundert

In Europa und dem Mittelmeerraum zählt das 5. Jahrhundert zur Epoche der Spätantike. Die prägende Entwicklung dieser Jahrzehnte war dort die schrittweise Desintegration des Weströmischen Reiches und die Etablierung von Nachfolgereichen.
–    Am 31. Dezember 406/1. Januar 407 überschreiten germanische Kriegergruppen bei Mogontiacum den Rhein (Rheinübergang von 406).
–   410 wird Rom von den Westgoten geplündert.
–   um 410 ziehen sich die meisten römischen Truppen aus Britannien zurück.
–  Constantius III., der das Weströmische Reich noch einmal stabilisiert hatte, stirbt 421.
–   Vandalen unter Geiserich erobern 439 Karthago und plündern 455 Rom.
 Attila, Anführer der europäischen Hunnen, etabliert um 440 nördlich der Donau ein Großreich und droht 452, Rom anzugreifen. Papst Leo I. trifft ihn. Attila zieht sich aufgrund von Seuchen und oströmischen Attacken auf seine Stammlande zurück. Nach seinem Tod im Folgejahr zerfällt sein Reich.
–    476: Ende des Weströmischen Reiches – Romulus Augustulus wird von Odoaker abgesetzt.
–   um 475: Die Westgoten schreiben im Codex Euricianus ihr Volksrecht nieder.
–   486: Der Merowinger Chlodwig I. besiegt den rex Romanorum Syagrius und begründet das Frankenreich. Dieser Schritt war eine wichtige Weichenstellung für den weiteren Verlauf der mittelalterlichen Geschichte.
–    Chlodwig war ein Sohn des fränkischen rex Childerich I. und dessen thüringischer Gemahlin Basena (Basina).“
Ouelle: Wikipedia-Link: 5. Jahrhundert

Das 6. Jahrhundert

Das 6. Jahrhundert  501 600. Die „Weltbevölkerung beträgt ca. 200 Mio. 
– Das weströmische Reich ist bereits vor Jahrzehnten zerfallen: Seit 476/80 gibt es für den Westen des Imperium Romanum keinen eigenen Kaiser mehr, und in Mittel- und Südwesteuropa beginnen sich auf den Trümmern des kollabierten Imperiums poströmische Reiche unter zumeist germanischen Herrschern zu bilden: Das Ostgotenreich Theoderichs in ItalienWestgoten und Sueben auf der Iberischen Halbinsel, das Reich der Franken unter den MerowingernBurgunden, und Thüringer,
-Seit 541 wütet die Justinianische Pest im Mittelmeerraum und fordert in mehreren Wellen über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Opfer, bevor die Krankheit im 8. Jahrhundert aus Europa verschwindet, um erst 1347 erneut auszubrechen.
-Ab 568 fallen die Langobarden in Italien ein; dies gilt traditionell als der Endpunkt der spätantiken Völkerwanderung.
-In die durch die Völkerwanderung entvölkerten ehemaligen ostgermanischen Gebiete wandern slawische Völker (z. B. Wenden) ein.
-Das Reich der fränkischen Merowinger erreicht um 560 seine vorerst größte Ausdehnung und gerät nach 562 aufgrund innerer Wirren in eine Schwächephase. 
-Die arianischen Westgotenkönige treten 589 zum katholischen Christentum über. 
Ereignisse und Erfindungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung. 
– Der spätere Papst Sabinianus führt das kirchliche Glockengeläut zum Anzeigen der Zeitstunden ein.
um 600:
– In Mitteleuropa geht der Gebrauch der Runenschrift, die vor allem im 6. Jh. verbreitet ist, zurück.“
Quelle: Wikipedia-Link 6. Jahrhundert

Das 7. Jahrhundert

Das 7. Jahrhundert 601- 700. „Weltbevölkerung 200-300 Millionen. 
– Zeit der Spätantike bis frühes Mittelalter.
–  Zu Beginn des Jahrhunderts gelingt es dem merowingischen König Chlothar II. das durch den merowingischen Bruderkrieg geteilte Frankenreich wieder zu vereinen.
–  Das stärkte die Stellung der östlich des Rheins wohnenden germanischen Volksgruppen der Thüringer und Alemannen. Zwar gehörten diese immer noch zum Frankenreich, unter der Führung von Stammesherzögen erzielten sie jedoch einen hohen Grad an Autonomie
–  Die Kindersterblichkeit war hoch und die Lebenserwartung lag nach überstandener Kindheit bei 44 bis 47 Jahren. Die Menschen ernährten sich überwiegend von Getreideprodukten, ferner von Milchprodukten und Gemüse.
–  Der weitaus größte Teil der Menschen wohnte in kleinen Dörfern auf dem Land.
–  Die Gesellschaft der germanisch-romanisch beherrschten Reiche war eine Ständegesellschaft, die sich in Adelige, Freie und Unfreie gliederte.
–  Der jeweilige Status war erblich, jedoch war der gesellschaftliche Aufstieg oder Abstieg möglich und im Gegensatz zum Hochmittelalter viel häufiger. An der Spitze der Adeligen stand der König, der auf die Akzeptanz des Adels angewiesen war.
–  Reichtum begründete sich im Wesentlichen auf Landbesitz. Der Grund und Boden gehörte meistens Großgrundbesitzern, wie Königen, Adeligen, Bischöfen oder Klöstern. Diesen bewirtschafteten sie zum Teil mit Hilfe ihrer Unfreien selbst, andere Teile verpachteten sie an freie Bauern. 
– Religion war das Christentum
–  Adeligen Frauen gegründeten Frauenklöster dienten diesen zur Altersversorgung.
–  Nur wenige Menschen, fast ausschließlich Kleriker und Angehörige der Oberschicht, waren fähig schriftlich zu kommunizieren.
687: Durch seinen Sieg in der Schlacht bei Tertry gewann Pippin der Mittlere das Hausmeieramt im gesamten Frankenreich und legte damit die Grundlage zum Aufstieg der Pippiniden, der späteren karolingischen Dynastie. 
 Ereignisse und Erfindungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung.
–  Araber verkochen erstmals Öl und Lauge miteinander und schaffen somit die Seife in ihrer heute bekannten Form.
–  Entwicklung der Windmühle in Persien.
–  Im 7. Jahrhundert entwickelte sich die Schriftsprache von Latein immer mehr zu einer romanischen Sprache. Als Schreibstoff wurde insbesondere im Frankenreich statt Papyrus immer häufiger Pergament ersetzt.“ 
Quelle: Wikipedia- Link 7. Jahrhundert

Das 8. Jahrhundert

Das 8. Jahrhundert 701 –  800. „Die Weltbevölkerung in diesem Jahrhundert wird auf 200 bis 300 Millionen Menschen geschätzt. In Europa übernahmen die Karolinger die Macht im Frankenreich und beherrschten am Ende des Jahrhunderts große Teile des Kontinents. Das byzantinische Reich blieb trotz zahlreicher Angriffe stabil. Im Zuge der im vorherigen Jahrhundert begonnenen islamischen Expansion fielen weitere Gebiete, wie die Iberische Halbinsel und große Teile Zentralasiens, unter muslimische Herrschaft.
-. Nach der Absetzung des letzten merowingischen Königs, ließ er sich selbst als König ausrufen. Pippins Erbe, Karl der Große, dehnte die Grenzen des Frankenreiches durch regelmäßig durchgeführte Kriegszüge, gegen die Langobarden, die Awaren und die Sachsen, stark aus und beherrschte schließlich West- und Zentraleuropa und einen großen Teil der Italienischen Halbinsel.
–  Die Karolinger waren bestrebt, die Macht der lokalen Regenten zu ihren Gunsten zu verringern. Dazu entmachteten sie schrittweise alle Herzöge. Ferner etablierte insbesondere Karl der Große eine auf ihn ausgerichtete lokale Herrschaftsstruktur, die Grafschaftsverfassung genannt wird. Grafen waren vom König eingesetzte und ihm rechenschaftspflichtige Amtsträger. Teilweise gehörte ihnen das Land, über das sie Herrschaftsrechte hatten, teilweise bekamen sie es vom König zur Verfügung gestellt. In den von ihm eroberten Gebieten setzte Karl Grafen ein, die sowohl ihm gewogene Adelige der eroberten Völker, als auch Adelige aus den fränkischen Kerngebieten waren. Neben den weltlichen Adeligen waren auch Bischöfe und Äbte, auf deren Einsetzung die Karolinger wesentlichen Einfluss hatten, in das System der Grafschaftsverfassung eingebunden
–  Zur Kontrolle reiste Karl regelmäßig durch sein Reich (Reisekönigtum). Zusätzlich setzte er Königsboten ein.
– die fränkischen Könige fungierten als Schutzmacht des Papsttums. Im Jahr 800 wurde Karl der Große dann durch den Papst zum west-römischen Kaiser gekrönt.
–  Die Kaiserkrone gewährte ihm einen höheren Rang, aber keinen Zuwachs an Rechten
–  Die Kindersterblichkeit war hoch und die Lebenserwartung lag nach überstandener Kindheit bei 44 bis 47 Jahren. Die Menschen ernährten sich überwiegend von Getreideprodukten, ferner von Milchprodukten und Gemüse
– Das fränkische Reich umfasste viele unterschiedliche Volksgruppen. Für die Angehörigen vieler Völker, wie der Sachsen, der Thüringer und der Alemannen, galt das eigene Volksrecht. Die Volksrechte ließ Karl der Große aufschreiben und teilweise anpassen. 
–  Ereignisse und Erfindungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung.
–  Karl führte den Denar als einheitliche Silbermünze im Frankenreich ein und legte fest, wie viele Münzen aus einem Pfund Silber geprägt werden durften.
–  719: Bonifatius erhält von Papst Gregor den Auftrag zur Missionierung. Danach bekehrte er vor allem auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands zahlreiche Menschen zum Christentum. 
–  732: In der Schlacht von Tours und Poitiers besiegt Karl Martell ein Heer der muslimischen Araber.
–   751: Absetzung des letzten merowingischen Königs durch Pippin schließt den Prozess der fortschreitenden Entmachtung der merowingischen Könige durch die karolingischen Hausmeier ab.
–    785: Der Friedensschluss zwischen Widukind und Karl dem Großen ist ein entscheidender Schritt zur Beendigung der Sachsenkriege.
–   800: Der fränkische König Karl der Große wird in Rom von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt.“ 
Quelle: Wikipedia- Link 8. Jahrhundert 

Das 9. Jahrhundert

Das 9. Jahrhundert  801  – 900. Die „Weltbevölkerung in diesem Jahrhundert wird auf 200 bis 300 Millionen Menschen geschätzt.
–  Das Frankenreich teilte die Königsdynastie der Karolinger in mehrere Teilreiche. Aufgrund innerdynastischer Kämpfe verloren die Karolinger an Macht und Bedeutung.
–  Die Wikinger  befuhren Europas Küsten und über seine Flüsse, plünderten, betrieben Handel und ließen sich schließlich in einigen Gebieten nieder.
–  Das byzantinische Reich blieb trotz zahlreicher Angriffe stabil, während die Kalifen von Bagdad zunehmend Macht einbüßten. Auf dem Gebiet des Kalifats entstanden zahlreiche unabhängige muslimische Teilreiche. 
Karl der Große schloss seine Eroberungen zur Erweiterung des Frankenreiches ab. 
814 folgte sein Sohn Ludwig der Fromme und nach seinem Tod teilten nach karolingischen Brauch seine Söhne das Reich in ein Westfrankenreich, ein Ostfrankenreich und ein Mittelreich auf.
–  Verdopplung der Bevölkerung.
–  Die Kirche übernahm in allen christlich geprägten Ländern im erheblichen Maße auch weltliche Aufgaben. Bischöfe und Äbte waren in die Herrschaftsstruktur als lokale Regenten eingebunden. Deshalb wurden sie insbesondere im Frankenreich von den Königen oder Adeligen in ihr Amt eingesetzt. 
–  Zwar hatten die Päpste ein hohes Ansehen und ihre Meinung war gefragt, doch konnten sie nicht durchsetzen, dass sie hierarchisch über den Bischöfen standen. Um die Macht der Bischöfe gegenüber den weltlichen Gewalten zu stärken, fälschte eine Gruppe von Geistlichen im 9. Jahrhundert zahlreiche Dokumente, die heute pseudoisidorische Dekretalen genannt werden.
–  Seitdem das Papsttum im 8. Jahrhundert eine Allianz mit den fränkischen Königen eingegangen war, gewann es an Macht und Einfluss. Die Kaiserkrönung der fränkischen Könige durch den Papst stärkte die Allianz, 
–   Um ihren Anspruch auf den Kirchenstaat und ihre Vormachtstellung über die westliche Christenheit zu legitimieren, benutzten die Päpste eine Fälschung, die sogenannte Konstantinische Schenkung. Danach habe der römische Kaiser Konstantin der Große schon im 4. Jahrhundert dem Papst eine auf das geistliche ausgerichtete, aber auch für das Weltliche wirksame Vorherrschaft über Rom und das weströmische Reich vermacht. 
–   karolingischen Renaissance. Diese war eine Bildungsreform, die auf Initiative Karls des Großen im 8. Jahrhundert begann und deren Förderung sein Sohn Ludwig der Fromme fortsetzte. Ziel war eine kulturelle Vereinheitlichung im Frankenreich, die insbesondere auf eine kirchlich religiöse Vereinheitlichung ausgerichtet war. So wurde die lateinische Sprache als Verkehrssprache im Frankenreich eingeführt und eine einheitliche Schrift. 
Ereignisse und Erfindungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung.
–  Übernahme des dezimalen Zahlensystems aus Indien, heute auch arabisches Ziffernsystem genannt, war die Basis für große Fortschritte in der Mathematik und anderen Naturwissenschaften. „
Quelle: Wikipedia-Link 9. Jahrhundert

Das 10. Jahrhundert

Das 10. Jahrhundert  901 – 1000. Die „Weltbevölkerung in diesem Jahrhundert wird auf 200 bis 300 Millionen Menschen geschätzt.
–  Europa, Afrika und Asien waren über ein Netz von Handelsbeziehungen verbunden, über das ein Austausch von Gütern, aber auch von Ideen erfolgte. Führten in den Jahrhunderten zuvor die Handelsrouten im Wesentlichen über Land, so verlagerte sich im 10. Jahrhundert der kontinentale Fernhandel stärker auf den Seeweg.
–  Muslimische Kaufleute spielten in diesem Handelssystem eine führende Rolle.
–   Mitglieder des sächsischen Adelsgeschlechts der Liudolfinger bauten  im Ostfrankenreich ihre Königsherrschaft auf und wurden zur einflussreichsten Macht Kontinentaleuropas.
–  In diesem Jahrhundert wurden entscheidende Grundlagen für das Europa der kommenden Jahrhunderte gelegt: Die Unteilbarkeit der Königsherrschaft, die gemeinsame Herrschaft über das Ostfrankenreich und das Königreich Italien durch die vom Papst verliehene Kaiserwürde sowie die feudale Ordnung des Hochmittelalters.
–   In Osteuropa bildeten die Polen, Böhmen, Ungarn und Russen erste Herrschaften, die die Christianisierung ihrer Völker einleiteten. Das byzantinische Reich erreichte unter den makedonischen Kaisern einen Machthöhepunkt.
Ereignisse und Erfindungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung.
–  Der verstärkte Bergbau im Harz trug zum Reichtum der herrschenden Ottonen bei. Er war bedeutend als technische Innovation, rief durch die Verhüttung mit Holzkohle aber auch erste Umweltschäden hervor.
–  Modell der Villikation war ihr Land in einen zentralen Hof und zahlreiche Bauernstellen unterteilt. Der zentrale Gutshof wurde meist mit Hilfe von Unfreien und zunehmend durch Frondienste der abhängigen Bauern bewirtschaftet.
–  An der Spitze der Gesellschaft stand eine kleine Adelsschicht, wobei die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe nun ausschließlich durch Geburt bestimmt wurde. 
–  Dreiteilung der Gesellschaft in eine Gruppe von Kriegern und Herrschern, eine Gruppe von Betenden und eine Gruppe von Arbeitern 
–   Bau von Königspfalzen und Klöstern als Reisestationen der Könige.
–  Wissensvermittlung erfolgte in Dom- oder Klosterschulen.
–  ein einheitliches Recht gab es nicht. Gebräuche und mündliche Abmachungen prägten.
–  Die Selbstjustiz Fehden der Adligen untereinander war vorherrschend. Der Gottesfriede der Kirche beschränkte die häufigen Feden.“  
Quelle: Wikipedia-Link: 10. Jahrhundert

Das 11. Jahrhundert

Das 11. Jahrhundert  1001 – 1100. Die „Weltbevölkerung in diesem Jahrhundert wird auf 250 bis 350 Millionen Menschen geschätzt.
–   
In Europa führte eine religiöse Reformbewegung zur Stärkung des Papsttums, dessen Herrschaftsansprüche mit denen des Kaisers im Investiturstreit kollidierten. Die europäischen Herrschaftsgebiete können nach der dominierenden religiösen Ausrichtung gruppiert werden. Nord-, West und Mitteleuropa waren durch das römisch-katholische Christentum geprägt. –  Das größte und mächtigste Reich dieser auch Abendland genannten Region war das römisch-deutsche Reich im Zentrum Europas.
Die europäischen Herrschaftsgebiete können nach der dominierenden religiösen Ausrichtung gruppiert werden.
–   Nord-, West und Mitteleuropa waren durch das römisch-katholische Christentum geprägt.
–  Das größte und mächtigste Reich dieser auch Abendland genannten Region war das römisch-deutsche Reich im Zentrum Europas. 
Erfindungen und Entdeckungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung: 
– 
Dreifelderwirtschaft,
–  der eiserne Wendepflug, das Pferdegeschirr „Kummet“ ,der Hufbeschlag der Pferde, 
–  signifikantes Bevölkerungswachstum und wenige Kriege führten zu intensiven Rodungstätigkeiten, Wachstum der Siedlungen und Städte setzt ein,
–  horizontaler Webrahmen fördert das Textilhandwerk,
–  Boom im steinernen Kirchenbau,
–  Beginn der Entwicklung neuer Stände,-Adelsfamilien, Ministralien, Vögte und Ritter,
–  die Gerichtsbarkeit entwickelt sich vom Volks-Thing zum Herrschaftsgericht,“ 
Quelle: Wikipedia-Link: 11. Jahrhundert

Das 12. Jahrhundert

Das 12. Jahrhundert  von 1101 – 1200. „Die Weltbevölkerung in diesem Jahrhundert wird auf 360 bis 450 Millionen Menschen geschätzt. Im abendländischen Europa übernahm das Papsttum eine Führungsrolle. Die Päpste rivalisierten mit den Kaisern, die sich zunehmend mit Vorformen der Bildung europäischer Nationen auseinandersetzen mussten.
–  Das Rittertum erreichte eine erste Blüte.
–  Handel und Geldwirtschaft weiteten sich aus, die Urbanisierung nahm stark zu, und die Wissenschaften begannen ihren Aufschwung.
–  Europa griff über seine Grenzen hinaus, auch wenn die Kreuzfahrerstaaten im Jahr 1187 eine entscheidende Niederlage erlitten.
–  Im europäischen Kontext wird das 12. Jahrhundert der Epoche des Hochmittelalters zugerechnet.  
–  Der Begriff der Renaissance des 12. Jahrhunderts beschreibt die Veränderungen in den Wissenschaften und Künsten als grundlegend und wegweisend. 
–  Das Heilige Römische Reich in der Mitte Europas hatte im Kampf mit dem Papsttum einen großen Teil seiner beanspruchten Hegemonialstellung verloren. In Westeuropa etablierten sich mit England und Frankreich zwei starke eigenständige Reiche.
–  Die Gesellschaft in Europa war im Großen und Ganzen eine feudalistische Ständegesellschaft. Trotz ähnlicher Grundstrukturen waren die Verhältnisse im Einzelnen sehr unterschiedlich strukturiert. In einem Klima sozialer Mobilität schafften es zahlreiche Gruppen, ihren gesellschaftlichen Status zu verbessern. An der Spitze der meisten europäischen Reiche standen Monarchen. Den englischen und französischen Königen gelang es, ihr Land zu zentralisieren. England folgend konnten die französischen Monarchen zumindest in ihrer Krondomäne in allen Hierarchiestufen eine direkte Lehnsbindung an den König etablieren, während die Könige des römisch-deutschen Reiches diesen Durchgriff nicht erreichten. 
–  Im 12. Jahrhundert setzte sich der wirtschaftliche Aufschwung des 11. Jahrhunderts fort. Die Getreideproduktion nahm eine immer wichtigere Rolle in der Landwirtschaft ein, was zu Lasten der Viehwirtschaft ging.
–  Die Verbreitung der Dreifelderwirtschaft schritt weiter voran. In der Landwirtschaft nahmen gemeinsam genutzte Flächen wie Allmenden weiter ab.
–   Die Grundherrschaft wandelte sich. Regelungen nach dem Modell der Villikation, bei dem die Bauern Frondienste an den Grundherren zu leisten hatten, verringern sich stark zu Gunsten von Erbzinsvereinbarungen. Diese Entwicklung war ein Aspekt der im 12. Jahrhundert einsetzenden Kommerzialisierung der gesamten Wirtschaft. 
Erfindungen und Entdeckungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung: 
–  Wassermühlenbau schreitet voran und bei Windmühlen gelingt es, sie in den Wind zu drehen.
–  Ausweitung der Glasproduktion über neue Glashütten .
–  Im Bau wir die Romanik von der Gotik abgelöst.“
Quelle: Wikipedia-Link: 12. Jahrhundert

Das 13. Jahrhundert

Das 13. Jahrhundert  1201 – 1300. Die „Weltbevölkerung in diesem Jahrhundert wird auf 360 bis 443 Millionen Menschen geschätzt. 
–  Große Teile Europas und Asiens wurden durch die Expansion der Mongolen Teil des größten Landreichs der Weltgeschichte, des Mongolischen Reiches.
–  Neben großen Opfern und Zerstörungen wurde der Austausch von Waren und Ideen zwischen Europa, dem Orient und Ostasien stark gefördert. 
–  Prägend für Europa waren die Kreuzzüge, die sich sowohl nach innen als auch nach außen richteten.
–   Frankreich gewann an Bedeutung, während das römisch-deutsche Kaisertum stark an Relevanz verlor.
–  Im 13. Jahrhundert endete in Europa das Hochmittelalter und das Spätmittelalter begann
–  Die Gesellschaft in Europa war im Großen und Ganzen eine feudalistische Ständegesellschaft.
–  Der niedere als auch der hohe weltliche Adel fühlten sich der Kultur des Rittertums verpflichtet. Der Hochadel richtete im Wesentlichen die zur ritterlichen Lebensweise gehörenden Hoffeste, Turniere und Dichterlesungen aus. Neben der Teilnahme an diesen Veranstaltungen sollten die Ritter mit ihrem Verhalten dem ritterlichen Idealbild folgen, das sowohl durch religiöse als auch weltliche Einflüsse geprägt war.
-In Europa setzte sich die Urbanisierungswelle des 12. Jahrhunderts mit zahlreichen Stadtgründungen in Mitteleuropa fort.
–  Die städtischen Führungsschichten, meist Großkaufleute, traten deutlich hervor und sicherten ihre Macht ab. Insgesamt wurden die Unterschiede zwischen Armen und Reichen in den Städten größer. 
Erfindungen und Entdeckungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung
–  Durch die Verbreitung der in Mühlen eingebauten Nockenwellen konnten diese unter anderem zum Schmieden und zum Walken eingesetzt werden.
–  Die Geldwirtschaft entwickelte sich weiter, so dass im Laufe des Jahrhunderts ergänzend zu den Silbermünzen Goldmünzen im Fernhandel eingesetzt wurden. Geld und Gewinne aus dem Handel wurden für Reichtum bedeutend, während der Grundbesitz als Vermögensquelle an Bedeutung verlor.
–  Immer mehr Europäer lernten Lesen und Schreiben, wobei insgesamt nur ein kleiner Anteil der Bevölkerung schriftkundig war.“ 
Quelle: Wikipedia-Link: 13. Jahrhundert

Das 14. Jahrhundert

Das 14. Jahrhundert 1301 -1400. „Die Weltbevölkerung zu Beginn des 14. Jahrhunderts wird auf 360 bis 432 Millionen Menschen geschätzt.
–  Naturkatastrophen, Epidemien, Kriege und politische Umbrüche viele Weltgegenden prägen das Jahrhundert.
–  drastischen Klimaverschlechterung kosteten große Pestwellen zahlreiche Menschenleben. Ausgehend von Zentralasien verbreitete sich die Seuche entlang der im vorherigen Jahrhundert etablierten transkontinentalen Handelsrouten.
–  Diese Krisen führten dazu, dass die Bevölkerung Europas um mindestens ein Drittel sank. 
–  Anfang des Jahrhunderts kühlte sich das Klima drastisch ab und es setzten Veränderungen ein, die in die Kleine Eiszeit mündeten.
-1342 kam es zu einer ungeheuren Hochwasserkatastrophe in Mitteleuropa, verbunden mit einer beträchtlichen Umgestaltung der Kulturlandschaft durch dadurch bedingte Bodenerosionen
–  Kälte und Unwetter führten zu einer Agrarkrise. Die Landwirtschaft konnte die in den vorherigen Jahrhunderten stark angestiegene Bevölkerung nicht mehr ernähren. Steigende Preise und Hungersnöte waren die Folge. Pestepidemien (mit Höhepunkt zwischen 1347 und 1352) reduzierten eine Bevölkerung, die durch die Mangelversorgung in der Klimakrise geschwächt und dadurch für Seuchen anfällig war.
–  Die Menschen, die der Seuche hilflos gegenüberstanden, reagierten auch mit extremen Aktionen wie in der Geißlerbewegung und mit zahlreichen Judenpogromen. In den Städten brach zeitweise die öffentliche Ordnung zusammen.
–  Fürsten und Ritter versuchten, die mit dieser spätmittelalterlichen Agrarkrise verbundenen Einnahmeausfälle durch Raubzüge oder durch noch stärkere wirtschaftliche Belastung ihrer Abhängigen zu kompensieren. 
–  Nach der Rückkehr der Päpste von Avignon nach Rom im Jahr 1378 wurden zwei konkurrierende Päpste gewählt. Dieses sogenannte Abendländische Schisma, das 39 Jahre andauerte, trennte viele kirchliche Institutionen, wie die großen Mönchsorden, in zwei Lager und schadete der päpstlichen Autorität und der Glaubwürdigkeit der Kirche zutiefst.
– Städtebund der Hanse konnte seine starke Position im Nord- und Ostseehandel durch einen militärischen Sieg gegen Dänemark im zweiten Waldemarkrieg verteidigen. Er erklomm den Höhepunkt seiner Macht.
–  Zu Beginn des Jahrhunderts war Frankreich die Führungsmacht in Europa.“ 
Quelle: Wikipedia-Link: 14. Jahrhundert

Das 15. Jahrhundert

Das 15. Jahrhundert begann am 1. Januar 1401 und endete am 31. Dezember 1500.  Die „Weltbevölkerung zu Beginn dieses Jahrhunderts wird auf 350 bis 374 Millionen. Menschen geschätzt, während die Schätzungen für das Jahrhundertende zwischen 425 und 540 Millionen Menschen liegen. 
–  Die Renaissance und der Humanismus Italiens propagierten ein gewandeltes Menschenbild, bei dem der Mensch als Individuum im Zentrum stand. 
–  Die aufstrebende Geldwirtschaft und immer differenzierte Wirtschaftsstrukturen prägten die Ökonomie in den zahlreichen europäischen Reichen. Der damit einhergehende Bedeutungsverlust der Naturalwirtschaft und die Weiterentwicklung der Waffentechnik trugen zum Niedergang des Rittertums bei. 
–  Mit der Entdeckung der Seewege nach Amerika und Indien am Ende des Jahrhunderts läuteten Spanien und Portugal die europäische Expansion nach Übersee ein.
–  Dem Wunsch vieler Gläubiger nach Wandel und Reform kam die römisch-katholische Kirche nicht entgegen.
–  Institutionen wie der Reichstag und das Reichsgerichtschaffen einen Ordnungsrahmen für das Reich. Dennoch behielten die Reichsstände ihre hohe Autonomie.
–  Mit der Krönung Albrechts II. im Jahr 1438 zum römisch-deutschen König lösten die Habsburger die Luxemburger als Königsdynastie ab. Ab dem Jahr 1452 stellten die Habsburger und die Habsburg-Lothringer mit einer Ausnahme die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches bis zu dessen Ende im Jahr 1806. Gleichzeitig begann ihr Aufstieg zu einer der Großmächte Europas, die die folgenden Jahrhunderte prägten.
–  In fast allen Gegenden Europas war der Adel die abgeschlossene Führungsschicht, in die man bis auf wenige Ausnahmen nur hineingeboren werden konnte. Die höchsten politischen Führungspositionen wurden durch Adelige besetzt. Der Adelsstand grenzte sich durch adelige Lebensweise, Außendarstellung und rituelle Zeremonien von der restlichen Bevölkerung ab.
–  Die größte Schicht waren Bauern und Landarbeiter. Die Bauern waren durch Pachtverhältnisse und oft durch Herrschaftsgewalt abhängig von den adeligen Grundbesitzern. Zwar führten starke Erhöhungen der Abgaben zu lokalen Aufständen, doch blieb die Vorherrschaft des Adels unangefochten.
Erfindungen und Entdeckungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung
–  Die Weiterentwicklung und Verbreitung von Uhren, die ersten Tischuhren wurden entwickelt, prägte die höhere städtische Gesellschaft. 
–  Auf dem Schlachtfeld wurden immer innovativere Feuerwaffen, im Wesentlichen Kanonen, eingesetzt.
–  Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern.
–  Bildungsbewegung des Humanismus entwickelt sich.“ 
Quelle: Wikipedia-Link  15. Jahrhundert

Das 16. Jahrhundert

Das 16. Jahrhundert  1501 –  1600. „Es war wegen der gregorianischen Kalenderreform von 1582 nach dem julianisch-gregorianischen Kalender 10 Tage kürzer . Die Weltbevölkerung zu Beginn dieses Jahrhunderts wird im Mittel auf 440 Millionen Menschen geschätzt, während sie zum Ende des Jahrhunderts schätzungsweise auf 560 Millionen Menschen anstieg.
–  Der globale Austausch von Gütern und Ideen erreichte eine nie zuvor gekannte Intensität und Qualität. Die iberischen Reiche etablierten ein weltumspannendes Handelsnetz, in das sie Amerika integrierten
–  Die lateinische Christenheit Europas spaltete sich im Zuge der Reformation. Der eng mit der Reformation verknüpfte starke Anstieg gedruckter Werke vergrößerte die Bildung breiter europäischer Bevölkerungsschichten.
–  Russische Zarenreich seine Expansion nach Sibirien begann
–  Der führende Stand war der Adelsstand, der Herrschaftsrechte, steuerliche und rechtliche Privilegien genoss. Typische Aufgaben dieses Standes waren die Ausübung von Herrschaft, Verwaltung des Landbesitzes und die Kriegsführung. Der Klerikerstand in römisch-katholischen Ländern war der einzige Stand, den man wählte. Auch hier gab es große Unterschiede zwischen den Dorfpfarrern, die meist aus einfachen Verhältnissen stammten und den meist dem Adel entstammenden Bischöfen und Äbten. Der überwältigende Teil der Bevölkerung gehörte dem Dritten Stand an, der oft in den städtischen Bürgerstand und den Bauernstand untergliedert wird. 
–  Allgemein bestimmte der Stand die Berufswahl und die Auswahlmöglichkeiten eines Ehepartners. 
–  Die Ständeordnung wurde von den Menschen im 16. Jahrhundert als gottgegeben und notwendig für das Funktionieren der Gesellschaft akzeptiert.
–  Wachstum durch die hohe Kindersterblichkeit, ein gegenüber dem Mittelalter relativ hohes Heiratsalter und restriktive Ehegesetze.
–  Nach überstandener Kindheit hatten die Erwachsenen eine Lebenserwartung von 55 bis 72 Jahren.
–  Das stark städtisch ausgerichtete Handwerk war vorherrschend in Zünften organisiert, die den Marktzugang, die Qualitäten und die Preise regulierten.
Erfindungen und Entdeckungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung
–  Im Laufe des 16. Jahrhunderts kam es zunehmend zur Aufhebung des Zinsverbotes durch weltliche Autoritäten. Dies führte zu einer Ausdehnung des Bankwesens.
–  Wohlhabende Fernhändler, wie die Fugger, nahmen zunehmend Bankgeschäfte in großem Umfang auf. So finanzierten sie die Habsburger Monarchie, von der sie im Gegenzug Kapital in der Form von Ländereien und lukrativen Schürfrechten bekamen.
–  1517 Reformation.“
Quelle: Wikipedia-Link  16. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert

Das 17. Jahrhundert 1601 – 1700. Die „Weltbevölkerung zu Beginn dieses Jahrhunderts wird im Mittel auf 560 Millionen Menschen geschätzt, während sie zum Ende des Jahrhunderts schätzungsweise auf 600 Millionen Menschen anstieg. 
–  Die klimatischen Bedingungen auf dem Höhepunkt der kleinen Eiszeit führten zu Ernteausfällen, denen Hungersnöte und Seuchen folgten.
–  zahlreiche verlustreiche Kriege.
–  der Dreißigjährige Krieg, der große Teile Mitteleuropas verwüstete und dessen Bevölkerung signifikant reduzierte, eine der heftigsten Auseinandersetzungen.
–  In vielen Reichen kämpften die Monarchen, die die politische Macht immer weiter zentralisieren und bürokratisieren wollten, gegen die Stände.
–  Versuch gescheitert war, Wien zu erobern, wurde das Osmanische Reich zunehmend schwächer, während die österreichischen Habsburger ihre Expansion auf dem Balkan begannen und ihr Reich zum Vielvölkerstaat wurde.
–  Russland und das indische Mogulreich setzten ihre im vorherigen Jahrhundert begonnene Expansion ihrer Reiche zu eurasischen Imperien fort.
–  Das Europa des 17. Jahrhunderts wird der Epoche der frühen Neuzeit zugerechnet.
Kriegerische Handlungen verknüpft mit Hungersnöten durch Zerstörung der Ernte, Pestwellen und die kleine Eiszeit führten zu einem Bevölkerungsrückgang im Reich um 20 bis 45 Prozent.
–  Der Westfälische Friede setzte dem Krieg im Jahr 1648 ein Ende und bildete die Basis für den künftigen Grundkonsens im Reich bis zu seinem Ende.
–  das Ausscheiden der Niederlande und der Schweiz aus dem Reich .
–  Das Ständesystem teilte die Menschen in Adel, Bürger und Bauern. 
–  Krieg galt im 17. Jahrhundert als ein legitimes Mittel der Politik.
–  Die Hexenverfolgungen des 16. Jahrhunderts setzten sich fort
–  Wirtschaft und Bevölkerungsentwicklung litten besonders unter den Klimaverschlechterungen der kleinen Eiszeit. Die folgenden Ernteausfälle sowie Kriege und regelmäßige Pestwellen, die jedoch regional beschränkt blieben, reduzierten die Bevölkerung und die Wirtschaftsleistung.
–  Im Zuge der Klimaverschlechterung nahm der Fleischkonsum insbesondere in Mittel- und Nordeuropa stark ab. Fleisch war dort ein Luxusgut einer kleinen privilegierten Oberschicht. Dafür nahm der Konsum von Mehlspeisen stark zu, die meistens zu BrotSpätzle oder Knödel gebacken oder gekocht wurden. Nur die Menschen ärmerer ländlicher Regionen ernährten sich vorwiegend von Getreidebrei. In Südeuropa war Mais der wesentliche Kalorienlieferant. Nur die reiche europäische Oberschicht konnte sich die importierten Kolonialwaren Kaffee, Tee und Zucker leisten. 
Erfindungen und Entdeckungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung 
–  Gelehrtensprache Latein erleichterte den innereuropäischen Austausch unter einer kleinen gelehrten Elite.
–  Der Barock prägt das Jahrhundert.
–  gedruckte Wochenzeitungen.
–  Entfaltung des Barock-Stils.“ 
Quelle: Wikipedia-Link  17. Jahrhundert

Das 18. Jahrhundert

as 18. Jahrhundert 1701 – 1800.  Es ist die Epoche der frühen Neuzeit. Die „Weltbevölkerung zu Beginn dieses Jahrhunderts wird auf 600 Millionen Menschen geschätzt, zum Ende des Jahrhunderts lag sie schätzungsweise auf 970 Millionen Menschen.
– 
das weltweite Bevölkerungswachstum übertraf das kumulierte Wachstum der vorherigen fünf Jahrhunderte.
–  Welt wandelt sich zu einer zunehmend europäisch dominierten Welt. Großbritannien wird zum mächtigsten Akteur. Diese Stellung erreichte es durch seine Vorreiterrolle im Welthandel und der Industrialisierung.
–  Die europäisch-amerikanische Bewegung der Aufklärung forderte eine rein rationale Weltsicht und Gestaltung der Gesellschaft.
–   Transformation von der ständischen  zur bürgerlichen Gesellschaft beginnt.
–  Viele Aufklärer unterstützten die herrschenden Monarchen bei der Modernisierung ihres Reiches.
–  kam es jedoch zur Revolution versuchten sie diese zu steuern und gestalteten die neue Ordnung entscheidend mit.
–  Mit der französischen und amerikanischen Revolution begann die Epoche des bürgerlichen, modernen Verfassungsstaates. Nach zahlreichen europäischen Kriegen begann sich ein Gleichgewicht von fünf europäischen Großmächten zu formen, das bis zum Ersten Weltkrieg Europas Politik prägte.
–  Die Großmacht, Russland, expandierte nach grundlegenden Reformen von Staat und Armee auch zum größten Flächenstaat Asiens.
–  Durch ihren Sieg über die Franzosen waren die Briten vorübergehend zur mächtigsten Kolonialmacht des Nordamerikanischen Kontinents geworden. Diese Vormachtstellung verloren sie mit der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika.
–  Wirtschaftlich profitierten die Vereinigten Staaten wie auch die europäischen Kolonien der Karibik und Lateinamerikas von der Arbeitskraft von Millionen afrikanischer Sklaven. Die Jagd nach Sklaven und die Verschiffung nach Amerika erreichte in diesem Jahrhundert ihren Höhepunkt.
–  Die Mitte Europas war in zahlreiche mittlere und Kleinstterritorien zersplittert, die Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren. Unter ihnen ragten Preußen und Österreich heraus, die in diesem Jahrhundert vor allem durch ihre Territorien außerhalb des Reiches sich zu europäischen Großmächten entwickelten.
–  Die Bedeutung Russlands stieg mit dem Erwerb zahlreicher Territorien. Dies geschah teilweise zulasten Schwedens, das zusammen mit den Niederlanden in die zweite Reihe europäischer Reiche zurückfiel.
–  Großer Verlierer war Polen, dessen Territorium unter Preußen, Österreich und Russland aufgeteilt wurde.
–  Das Osmanische Reich konnte seine Territorien auf dem südlichen Balkan trotz einiger vorübergehender Verluste halten.
–  Preußens Herrscher von der Dynastie der Hohenzollern erlangten zu Beginn des Jahrhunderts mit der Königswürde eine symbolische Rangerhöhung. Sie bauten ein starkes Heer auf, führten aber bis 1740 kaum kriegerische Auseinandersetzungen. Im Jahr 1740 eroberte Friedrich der Große im Rahmen des Österreichischen Erbfolgekrieges das österreichische Schlesien und wehrte alle Rückeroberungsversuche ab.
–   Im darauffolgenden Siebenjährigen Krieg, in dem Preußen mit Frankreich, Spanien, Österreich und Russland mächtigen Gegnern gegenüberstand, konnte Friedrich den Status halten. Mit den Teilungen Polens gewann sowohl Preußen als auch Österreich weiteren Besitz außerhalb des Heiligen Römischen Reiches dazu.
–  In Frankreich eskalierten 1789 die Probleme zur Französischen Revolution. Der König rief nach über einem Jahrhundert die Versammlung der Generalstände ein, um die Finanzen neu zu ordnen, doch es war zu spät, die Dinge nahmen ihren Lauf.
–  Die neu gegründet  Nationalversammlung wurde zur alleinigen Repräsentation der Bevölkerung erhoben.
–  Die Nationalversammlung schaffte viele Privilegien der alten Eliten ab, führte die Gewaltenteilung ein und verfasste die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte
–  Adel und die Kirche wurden entmachtet und es entstand ein bürgerlicher Verfassungsstaat. Der neu verfasste Staat finanzierte sich zu einem Teil durch die Säkularisation von Kirchengütern.
–  Am 20. April 1792 erklärte Frankreich Österreich den Krieg, der sich zu einem Krieg mit einer europäischen Fürstenkoalition ausweitete, die zuvor mit der Beseitigung der Revolution gedroht hatte. Die Angst der Revolutionäre vor einer Besetzung Frankreichs durch ausländische Mächte war einer der Gründe, die zu einer starken Radikalisierung der Revolution führten. Die Radikalisierung erreichte mit dem Terrorregime des Wohlfahrtsausschusses“ ihren Höhepunkt. In dieser Zeit wurden der oft zögerlich agierende König und die Königin geköpft. Das anschließend herrschende Direktorium nahm einige Freiheiten wieder zurück und setzte Napoleon Bonaparte an die Staatsspitze. Dieser hatte sich zuvor als Chef eines Revolutionsheeres einen Namen gemacht.
–  Die Revolutionsheere eroberten bis zum Jahrhundertende an Frankreich angrenzende Territorien, unter anderem auf der Italienischen Halbinsel, Holland und die deutschsprachigen Gebiete westlich des Rheins.

–  Das Ständewesen teilte die Menschen in vielen Reichen zumeist in Adelige, Bürger und Bauern. Unter dem Einfluss der französischen Revolution passt sich einige Monarchien den neuen Verhältnissen an.
-Der preußische König Friedrich der Große, der Kaiser Joseph II.[6] und die Zarin Katharina die Große berücksichtigten die Prinzipien der Aufklärung bei zahlreichen ihrer Staatsreformen. 
–  Die europäischen Reformen betrafen auch das Strafrecht. Preußen und Österreich schafften die Folter im Strafrecht ab.

Erfindungen und Entdeckungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung
–  Die weitgehend von religiösen Einflüssen befreiten Naturwissenschaften ließen einen Raum für Sinnfragen offen. Diese versuchte die nun aufsteigende Philosophie mit möglichst wissenschaftlich rationalen Methoden zu lösen.
–  In einigen Gegenden steigerte sich der Barock zum Rokoko.
–  Einerseits nahm die Üppigkeit der Schmuckelemente zu, andererseits löste sich das Rokoko von der strengen Symmetrie des Barock, in der zweiten Jahrhunderthälfte kam der Klassizismus als Gegenbewegung zum Barock auf. Klassizistische Kunstwerke gingen mit schmückenden Elementen sehr sparsam um. 
–   Barocke Gärten mit ihren großen geometrischen Blumengärten wurden durch Englische Landschaftsgärten abgelöst. Die Landschaftsgärtner erschufen ein Landschaftsbild, das ein Idealbild der Natur darstellen sollte.
–   Im deutschen Kulturraum stellten sich die Autoren des Sturm und Drang gegen die Rationalität der Aufklärung. Sie hoben die Emotionalität des Genies hervor. Danach wandten sich die gleichen Autoren in der Weimarer Klassik der klassischen Antike als Vorbild zu. In anderen Ländern wie in Frankreich stellten die Frühromantiker das Gefühl gegen die Rationalität der Aufklärung.
–  Die europäische Musik entwickelte sich im 18. Jahrhundert kontinuierlich vom Spätbarock zur Wiener Klassik.
–  Zu Beginn des Jahrhunderts entwickelten Musiker wie Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel den barocken Stil zur Perfektion.
–  Die Oper entwickelte sich weiter, indem neben Opern mit dramatischen ernsthaften Inhalten, heitere Opern an Beliebtheit gewannen. Im deutschen Kulturraum kamen Singspiele auf, bei denen zwischen Gesangsnummern keine Rezitative gesungen wurden, sondern der Text gesprochen wurde. Das bekannteste Singspiel ist Mozarts Zauberflöte.
–  erste verwendbare Dampfmaschine wurde 1712 von Thomas Newcomen konstruiert und diente zur Wasserhaltung in Bergwerken.
–  James Watt gilt als Entdecker des Nutzens der Dampfexpansion. Bei der Dampfmaschine wird dieser Effekt durch ein vorzeitiges Schließen der Ventile erreicht:“
Quelle: Wikipedia-Link 18. Jahrhundert 

Das 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert 1801  – 1900 . Die „Weltbevölkerung zu Beginn dieses Jahrhunderts wird auf 980 Millionen Menschen geschätzt, zum Ende war sie auf schätzungsweise 1,65 Milliarden Menschen angestiegen.
–   Kennzeichnend für das 19. Jahrhundert war ein globaler Wandel, den es in diesem Umfang, dieser Tiefe und dieser Dynamik in keiner historischen Periode zuvor gegeben hatte. Dieser Wandel wird auch als Beginn der Moderne bezeichnet.
–  In Europa wurde 1815 nach dem Sieg über Napoleon, der zuvor große Teile des Kontinents erobert hatte, die alte Gesellschaftsordnung in vielen Aspekten wiederhergestellt. Einige rechtliche und wirtschaftliche Änderungen sowie einzelne territoriale Neuordnungen blieben jedoch bestehen.
–  In Europa erstritt das Bürgertum und andere Bevölkerungsgruppen größere wirtschaftliche und gesellschaftliche Freiheiten. Viele europäische Staaten führten Verfassungen ein, die die Rechtsbeziehung zwischen Bürger und Staat definierten. Politische Parteien wurden gegründet und Ideologien formuliert.
–  Weltweit trat die Organisationsform des Nationalstaates ihren Siegeszug an.
–  –  Von 1815 bis 1853 herrschte zwischen den europäischen Staaten weitestgehend Frieden,
–  Das neue Friedenssystem zielte darauf ab, ein machtpolitisches Gleichgewicht zwischen den fünf Großmächten zu installieren. Auf diese Weise sollte eine erneute Hegemonie eines einzelnen Staates über seine Nachbarn verhindert werden.
–  Ferner sollte der Deutsche Bund, ein Staatenbund deutscher Staaten, in Zentraleuropa stabilisierend wirken.
–  Grundproblem der Wiener Ordnung war, dass die nationalen Interessen der Bevölkerung nicht berücksichtigt wurden. Während „Italien“ und „Deutschland“ in verschiedene Staaten gespalten waren, unterstanden Polen, Ungarn, Irland und Belgien einer Fremdherrschaft
–  1848 Wirtschaftliche Schwierigkeiten, der Wunsch nach mehr politischer Teilhabe und persönlichen Freiheiten sowie häufig auch das Streben nach einem Nationalstaat trieben die Revolutionen an.
–  n Frankreich nutzte Napoleon III. die Schwächen der 1848 entstandenen Zweiten Republik aus, konzentrierte einen großen Teil der Macht auf sich und etablierte ein cäsarisches Kaisertum. Nach außenpolitischen Niederlagen und innenpolitischem Druck gewährte der Kaiser in den 1860er Jahren wieder mehr Mitbestimmung und persönliche Freiheiten. Die nach seinem Sturz 1870 entstandene Dritte Republik weitete diese Partizipations- und Grundrechte nochmals stark aus.
–  Gedrängt von militärischen Niederlagen und innenpolitischen Spannungen führten die österreichische Habsburgermonarchie und das russische Zarenreich in den 1860er und 1870er Jahren Reformen von Oben durch. Russland war einer der letzten europäischen Staaten, der 1861 die Leibeigenschaft aufhob.
–  Eine der Habsburger Reformen war die Abschaffung der Grundherrschaft. Mit der Umwandlung des Habsburgerreiches in die Österreichisch-Ungarische k und k Doppelmonarchie 1867 wurde dem Wunsch der Ungarn nach mehr Eigenständigkeit nachgegeben. 
–  Seit den 1848/49er Revolutionen löste sich die Wiener Ordnung schrittweise auf.
–  In der sonst friedlichen Zeit zwischen 1815 und dem Ersten Weltkrieg bildeten die Kriege, die die Großmächte von 1853 bis 1871 führten, eine Ausnahme.
–  Mit diesen Kriegen endete die monarchische Solidarität der ersten Jahrhunderthälfte. Ihr folgte die schrittweise Einführung der Realpolitik, bei der der Ausgleich von gegenseitigen Interessen zunehmend bilateral gesucht wurde, und die für die Berücksichtigung eines ideellen internationalen Gesamtsystems kaum noch Raum ließ.
–  Das Deutsche Kaiserreich unter preußischer Führung entstand im Zuge der Deutschen Einigungskriege (1864–1871) und veränderte die politischen Kräfteverhältnisse in Europa. Zum einen löste sich der Deutsche Bund als stabilisierendes Element für die europäische Ordnung nach dem Deutschen Krieg 1866 auf.
–  Das Deutsche Kaiserreich unter preußischer Führung entstand im Zuge der Deutschen Einigungskriege (1864–1871) und veränderte die politischen Kräfteverhältnisse in Europa. Zum einen löste sich der Deutsche Bund als stabilisierendes Element für die europäische Ordnung nach dem Deutschen Krieg 1866 auf.
–  In der gesamten zweiten Jahrhunderthälfte kam es auf dem Balkan zu einer beschleunigten Desintegration des Osmanischen Reiches durch zahlreiche ethnisch-nationale Bewegungen und Aufstände.[49] Neue Nationalstaaten, wie Serbien und Rumänien, sowie quasi autonome Gebiete wie Bulgarien entstanden. Diese wurden am Ende der Balkankrise auf dem Berliner Kongress von 1878 international anerkannt. 
–  Zum Ende des Jahrhunderts wurde der Machtwettbewerb zwischen den europäischen Großmächten immer aggressiver. Imperialismus und die Radikalisierung des Nationalismus gingen mit einer Militarisierung von Politik und Gesellschaft einher. Mit zunehmendem Konkurrenzdenken der Nationen begann ein Prozess des Wettrüstens.
– Ab den 1890er Jahren isolierte sich Deutschland in Europa zunehmend. Seinen neuen Weg kennzeichneten die Abkehr von der Politik des „ehrlichen Maklers“ und eine aggressive militaristische Rhetorik. Das mangelnde Interesse des Deutschen Kaiserreichs an der Fortführung der Beziehungen zu Russland gab Frankreich die Möglichkeit, mit dem Zarenreich eine Defensivallianz zu bilden. Damit durchbrach es seine politische Isolation. Deutschland konzentrierte sich auf die Beziehung mit Österreich-Ungarn, den Zweibund, der zu einem Dreibund mit Italien erweitert worden war. Dieser zeigte jedoch schon 1896 mit der Annäherung des Königreichs Italien an die französische Republik erste Risse. 
–    Zwischen Frankreich und Großbritannien bestanden in den 1890er Jahren Spannungen aufgrund ihrer kolonialen Rivalität. Eine Annäherung beider Rivalen Frankreichs, dem britischen Königreich und Deutschland, scheiterte jedoch 1900, da sie sich nicht auf eine gemeinsame Koordination ihrer Flottenpolitik einigen konnten. So deuteten sich schon 1900 die zwei politischen Blöcke an, die im Ersten Weltkrieg gegeneinander kämpften.

+  Die Französischen Revolution leiteten die Auflösung der feudalen Ordnung ein.
–   Anstelle der ständischen Gesellschaft der letzten Jahrtausende trat die bürgerliche Gesellschaft.
–  In der alten Ständegesellschaft entschied die Geburt über die Zukunft des Einzelnen. In der bürgerlichen Gesellschaft hatten alle prinzipiell die gleichen Rechte und Pflichten. Nutzung der Rechte hing jedoch stark vom Geschlecht, dem Ansehen des Elternhauses, ethnischen Gesichtspunkten, Bildung, Einkommen und Vermögen ab. 
–  vor dem Hintergrund der Industrialisierung waren die Gesellschaften des 19. Jahrhunderts weiterhin von großer sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit geprägt.
–  Der Adel behielt in seiner Mehrheit in vielen Ländern eine bedeutende Stellung, er passt den wirtschaftlichen Gegebenheiten an.
–  Nach 1815 wurde die Frage der Judenemanzipation zum Gegenstand heftiger Kontroversen, die sich 1819 in den gewaltsamen antijüdischen Hep-Hep-Krawallen entlud.
–   In vielen Staaten wurde die Monarchie durch eine Verfassung beschränkt.
–  Der Grad der Pressefreiheit war in Europa sehr unterschiedlich.
–   In Deutschland galt ab 1874 formal die Pressefreiheit, die jedoch durch das Strafgesetze faktisch eingeschränkt wurde. Auch wenn der politische Diskurs teilweise behindert wurde, entstanden in vielen europäischen Staaten politische Ideologien, wie LiberalismusKonservatismus und in der zweiten Jahrhunderthälfte  der Sozialismus.
–  Im Zuge ihrer imperialen Expansion errichteten die Europäer neue Kolonien in Asien und vor allem in Afrika, die sie fast ganz unter sich aufteilten. Neben Prestigegründen und Großmachtfantasien trieb nicht zuletzt die Sorge an, gegenüber den europäischen Konkurrenten ins Hintertreffen zu geraden.
–  So begann um 1880 ein Wettlauf der Europäer um Afrika. Ferner waren Hoffnungen auf eine Ausbeutung von Rohstoffen, die Sicherung von Absatzmärkten und die Erschließung von Siedlungsraum für die Bevölkerung der eigenen Nation mit der Kolonisierung verbunden. 

Erfindungen und Entdeckungen beeinflussen die gesellschaftliche Entwicklung
–   Die Industrielle Revolution breitete sich von England im Laufe des Jahrhunderts auf zahlreiche europäische Regionen, die USA und Japan aus. Ihre Strukturveränderungen gingen mit großen sozialen Ungleichheiten einher. Schlüsseltechnologien wie die Eisenbahn, das Dampfschiff und die Telegrafie führten zu einem starken Anstieg von Ausmaß und Geschwindigkeit der globalen Vernetzung sowie einer Veränderung der Wahrnehmung von Entfernungen. Viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse, unter anderem in der Medizin, brachten praktische Verbesserungen für zahlreiche Menschen.
–  Eine vorher nie gekannte Ressourcennutzung, eine auf fossilen Energien beruhende Wirtschaft sowie die massive Expansion von Siedlungs- und Kulturräumen führten zu einer starken Umgestaltung und Belastung der Umwelt.

–  Von 1815 bis 1853 herrschte zwischen den europäischen Staaten weitestgehend Frieden,
–  In der zweiten Jahrhunderthälfte wuchsen in vielen Teilen Europas sowohl die Wirtschaft als auch die Rolle der Staatsbürokratie. Zahlreiche Politiker sahen es nun als Aufgabe des Staates an, der Ökonomie einen Rahmen zu geben und sie durch Infrastrukturprojekte zu fördern.
–  Transnationale Bewegungen waren zum Beispiel die Rote-Kreuz-Bewegung, die Friedensbewegung, die jüdische Emanzipationsbewegung und die sozialistische Arbeiterbewegung.[48] Internationale Organisationen, in denen sich Angehörige verschiedener Nationen freiwillig und dauerhaft zusammenschlossen, waren ein neues Phänomen dieses Jahrhunderts.
–  Grundlage für die Steigerung der internationalen Kooperation bildeten die neuen Kommunikationsmöglichkeiten, wie Massenpresse und Telegrafie, sowie die Erleichterung des Reisens, zum Beispiel durch die Eisenbahn.
–  Veränderte Arbeitswelten und Verstädterung führten bei großen Teilen der Bevölkerung auch zu einem veränderten Familienleben und einer neuen Definition der Rollen von Männern und Frauen. Bei immer mehr Berufen trennten sich Arbeits- und Wohnort, womit die Wohnung der Familie kein gemeinsamer Arbeits- und Wohnort mehr war.
– bei der Mehrheit der Arbeiterfamilien die Ehefrau mitverdienen musste.  
–  Zu den aufkommenden bürgerlichen Idealen, die auf andere gesellschaftliche Schichten ausstrahlten, gehörten das Streben nach Bildung, Selbständigkeit, Individualität und die Kultivierung der eigenen Gefühle.
–  In der zweiten Jahrhunderthälfte wurde die Frauenbewegung in West- und Zentraleuropa zunehmend stärker. Ihr Schwerpunkt lag zunächst auf der Verbesserung der Lebensverhältnisse, wie der Zugang zur Bildung für Mädchen und Frauen. 
–  Der Einsatz von Kunstdünger zur Steigerung der Nahrungsmittelproduktion und zum Bevölkerungsanstieg auf dem Land bei.
–  Die steigende industrielle Konkurrenz und der Freihandel führten im ländlichen Gewerbe, insbesondere im Textilsektor, zu einer Absatzkrise. So wuchs die Zahl der Armen auf dem Land, was Pauperismus genannt wurde. Die Landarmut führte zu starken Migrationswellen in europäische Wachstumsregionen und nach Übersee.

–  In diesem Jahrhundert vervielfachten sich die Einwohner vieler Städte. Allein die Zahl der Städte über 100.000 Einwohnern verdreifachte sich in der letzten Jahrhunderthälfte.
–  Die hohe Anzahl von Arbeitskräften sowie geringe staatliche Regulierung ermöglichten es wenigen vermögenden Fabrikbesitzern, ihre Arbeiter zu kaum auskömmlichen Löhnen und harschen Arbeitsbedingungen zu beschäftigen. Das führte zu Verelendung großer sozialer Schichten in den Städten.
–  Zu seiner Lösung bildeten sich Gewerkschaften, die mit den Arbeitgebern bessere Löhne verhandelten. Politische Parteien oder Akteure forderten gesetzliche Regelungen.
–  Eindämmung der Kinderarbeit erlassen. In Deutschland wurden Sozialversicherungen eingeführt, die minimale Absicherungen gewährten.
–  Die Industrialisierung, die sich auch innerhalb der Länder auf einige Regionen konzentrierte, fing zunächst im Textilsektor an und dehnte sich dann auf andere Sektoren, wie Maschinenbau, Stahlerzeugung und Chemieindustrie aus.
–  Die starke Arbeitsteilung in den Fabriken setzte fest strukturierte Arbeitszeiten voraus. Dieser Arbeitsrhythmus zwang viele Menschen, ihren Alltag nach der Uhrzeit zu strukturieren.
–  Die Industrialisierung erforderte immer mehr Kapital. Das Kapital für privat finanzierte Infrastrukturinvestitionen, hohe Investitionen in Maschinenparks und die Entstehung von Großbetrieben mit mehreren hunderttausend Mitarbeitern konnte oft nur von vielen Kapitalgebern aufgebracht werden. Als Antwort entstanden Kapitalgesellschaften, deren Eigentümer ihre Haftung beschränkten und das Management an angestellte Manager übergaben.
–  Der Bau von Eisenbahnen hauptsächlich in der zweiten Jahrhunderthälfte förderte die Wirtschaft durch hohe Investitionen und den wesentlich schnelleren Transport von Gütern. Die Dampfschifffahrt beschleunigte und intensivierte den lukrativen Import von Rohstoffen aus Übersee und Export von Fertigwaren in die Welt.
–  Während die internationale Vereinheitlichung von Maßen und Gewichten es Unternehmen erleichterte, international zu konkurrieren, beschleunigte die Telegrafie die wirtschaftliche Disposition.
–  Viele Städte wurden modernisiert, Stadtmauern abgerissen und die Infrastruktur zum Beispiel durch die Errichtung einer Kanalisation stark verbessert.
–  Erkenntnisfortschritte über die Organische Chemie, die Elektrizität und den Magnetismus.
–  Wissenschaftliche Entdeckungen und Erfindungen, wie die Radioaktivität, die Telefonie und das Automobil  wurden gemacht, die erst im 20. Jahrhundert eine breite Wirkung auf Wirtschaft und Gesellschaft hatten.
–   Durch die Entdeckung der Anästhesie und die Einführung der Antisepsis wurde die Chirurgie revolutioniert, aus der sich vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weitere Spezialfächer der operativen Medizin wie die Augenheilkunde, die Urologie und die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde entwickelten.
–  Der europaweite Austausch der strukturell sehr unterschiedlichen europäischen Forschungseinrichtungen trug maßgeblich zu den Erfolgen in den Naturwissenschaften bei. Ihren Nachwuchs bekamen die Universitäten aus einem Schulsystem, das immer zielgerichteter aufgebaut wurde.
–  Eine allgemeine Schulpflicht, die die gesamte Bevölkerung erfasste, wurde in vielen Ländern eingeführt. Zahlreiche Länder unterrichteten auch in großer Breite Mädchen, die jedoch selten eine höhere Schulbildung genossen.
–   die Evolutionstheorie gerät mit bisherigen religiösen Weltbildern in Konflikt und führten zu breiten öffentlichen Kontroversen. Ansichten, die die Welt rein materialistisch erklärten, wurden den traditionellen religiösen Weltbildern entgegengesetzt.
–  Mit der nahezu vollständigen Beseitigung der weltlichen Herrschaft des Papstes 1870, war die weltliche Herrschaft der römisch-katholischen Kirche fast vollständig beendet.
–  Viele Kirchen wandten sich verstärkt der Sozialfürsorge zu, die ihre öffentliche Wahrnehmung nun zu einem beträchtlichen Teil prägte.
–   den 1870er Jahren eskalierte der Kulturkampf zwischen dem mehrheitlich evangelischen Deutschen Kaiserreich und der römisch-katholischen Kirche.  Als Ergebnis musste die Kirche die staatliche Schulaufsicht und den Vorrang der Zivilehe hinnehmen. Andererseits führte der Kulturkampf in Deutschland zur Herausbildung einer starken katholischen politischen Partei.
– Eine Säkularisierung im Sinne eines Bedeutungsverlustes der Kirchen oder der Religion im öffentlichen Leben fand jedoch nicht statt.
–   Kein Jahrhundert zuvor brachte eine derartige Vielfalt künstlerischer Innovationen hervor, wie dieses. Dabei standen verschiedene Stilrichtungen in der Kunst nebeneinander oder umfassten nur einen Teil der Künste.
–  Durch die Erfindung der Fotografie fühlten sich viele Künstler von der Darstellung der Wirklichkeit entbunden
–  Die Künstler des Impressionismus malten oft außerhalb des Ateliers ihre Umwelt, wie sie im flüchtigen Augenblick auf sie wirkte. 
–  Die offizielle Architektur war zunächst vom Klassizismus geprägt, der antike Baustile nachahmte und vermischte. Danach wurden im Rahmen des Historismus Bauten errichtet, die sich an den Baustilen verschiedener vergangener Architekturepochen orientierten.
–  Die Neugotik wandte den fortentwickelten gotischen Stil nicht nur auf Kirchen, sondern auch auf Sakralbauten an.
– Gebäude wurden aus Eisen, Stahl und Glas in vorher nicht gekannter Größe errichtet. In der ersten Jahrhunderthälfte wurde die Innenarchitektur vieler Wohnungen des deutschen gehobenen Bürgertums vom Biedermeier geprägt.
–  Die deutschsprachige Literatur nahm übernatürliche Wesen und unnatürliche Ereignisse in die Literatur auf. Ein wichtiges Motiv war die Weltflucht und die Idealisierung des volkstümlichen sowie des Mittelalters.
–  Im Laufe des 19. Jahrhunderts stiegen die Vereinigten Staaten von Amerika von einem neuen Staat, der sich langsam zu stabilisieren begann, zur Großmacht auf. Dabei stand die erste Jahrhunderthälfte im Zeichen der Expansion des Staatsgebietes von der Ostküste Nordamerikas zur dessen Westküste. Zunächst verdoppelten sie ihr östlich des Mississippi gelegenes Staatsgebiet, indem sie Frankreich und Spanien ihre Rechte am nordamerikanischen Territorium abkauften.
–  Die meisten der restlichen Territorien gewannen sie im Zuge des Amerikanisch-Mexikanischen Krieges. Mit dem Kauf Alaskas 1867 und dem Erwerb Hawaiis entsprach das Gebiet der Vereinigten Staaten in etwa heutiger Größe.
–  Das US-amerikanische Wirtschaftswachstum nach dem Bürgerkrieg basierte auf einem starken Anstieg der Bevölkerung durch hohe Geburtenraten und Millionen europäischer Einwanderer. Die massive Ausdehnung von Agrarflächen, insbesondere im mittleren Westen, sowie die im Vergleich zu der übrigen Welt schnelle Mechanisierung der Landwirtschaft ermöglichten die Ernährung der stark wachsenden Bevölkerung.
–  Die Monroe-Doktrin legte fest, dass sich die USA aus den Konflikten der Welt heraushielten, trotzdem wurde der amerikanischen Kontinente als ihre Einflusssphäre betrachtet.
– Mit dem Gewinn des Spanisch-Amerikanischen Krieges 1898 wurde die ehemalige Kolonie USA selbst Kolonialmacht in der Karibik.“
Quelle: Wikipedia-Link; 19. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert

„Das 20. Jahrhundert 1901 – 2000. „Das 20. Jahrhundert zählt zur Epoche der Neuzeit und war besonders durch den Imperialismus und die beiden Weltkriege sowie den daraus erwachsenden Niedergang der europäischen Kolonialreiche und den Kalten Krieg geprägt.
–   exponentiellen Zunahme der Weltbevölkerung. Am Anfang des Jahrhunderts lebten 1,65 Mrd. am  Ende des Jahrhunderts 6,27 Mrd. Menschen. Die Verteilungskämpfe
    in von Klimakrisen betroffenen Regionen nahmen zu.
–   Automatisierung und der Digitalisierung von Wirtschaftsprozessen sowie der Polarisierung zwischen der Ersten und der Dritten Welt.
–   Wichtige Technologien wie Kunststoffe, Elektronik, Raumfahrt und Antibiotika veränderten die Welt.
–   Der technische Fortschritt erhöhte die Mobilität und verkürzte die Kommunikationswege durch die Eisenbahn und erste Kraftfahrzeuge spürbar.
+ In Europa standen sich völlig unterschiedliche Systeme und Regime gegenüber. Im Vereinigten Königreich oder auch in Frankreich hatten sich funktionierende plurale und liberale bürgerliche Demokratien durchgesetzt, die mit der Industrialisierung und der Durchsetzung der kapitalistischen Produktionsweise entstanden.
Nach einer relativ friedlichen Belle Époque und einem Flottenwettrüsten eskalierten 1914 die Rivalitäten der europäischen Mächte zum
Ersten Weltkrieg
der Mittelmächte gegen die Entente, welche ihn schließlich siegreich beendete. Die Pariser Vorortverträge, darunter der Versailler Vertrag, sollten eine stabile Nachkriegsordnung etablieren. Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn wurde aufgelöst, die zweite polnische Republik gegründet, Deutschland verlor große Teile seines Gebietes, darunter auch das 1871 von Frankreich annektierte Elsaß-Lothringen.
+  Nach Ende des Kriegs entstanden in vielen europäischen Ländern neue Demokratien und das allgemeine Wahlrecht setzte sich fast überall in Europa durch. In Russland wurde der Erste Weltkrieg durch die Oktoberrevolution bereits 1917 vorzeitig beendet.
+  In den 1920er Jahren entwickelte sich vielerorts ein neues Leben. Die „Goldenen Zwanziger Jahre brachten nach dem Krieg einen Wirtschaftsaufschwung mit sich und neue Formen der Unterhaltung entwickelten sich in den europäischen Städten. Die USA wurden nicht nur militärisch und politisch zu einer Weltmacht, sondern hatten mit dem Aufblühen von Jazz und anderer Unterhaltungskultur in Europa auch einen kulturellen Einfluss. Mit der folgenden Weltwirtschaftskrise ab 1929 verschärften sich aber auch weltweit die sozialen Probleme. In Deutschland waren die alten militärischen, politischen und wirtschaftlichen Eliten nicht ausgetauscht worden und hatten sich nie in die demokratische Republik integrieren lassen. Der letztlich gescheiterte Hitler-Ludendorff-Putsch von 1923 gab einen Vorgeschmack auf das, was aus dem Bündnis aus  deutschnationalen Eliten und unzufriedenen Verlierern der Republik folgen sollte.
+  Die unzureichende Nachkriegsordnung und die drückende Wirtschaftskrise, die Armut und Erwerbslosigkeit zur Folge hatte, förderte in vielen europäischen Ländern den Aufstieg des FaschismusDie faschistischen Diktaturen negierten das Individuum, schufen sich riesige Armeen und verfolgten eine Modernisierungsideologie, die sich beispielsweise in der Kunst des Futurismus ausdrückte.
Adolf Hitler,
der Vorsitzende der nationalsozialistischenNSDAP, gelangte 1933 an die Macht und errichtete sehr schnell eine totalitäre Diktatur. Die Machthaber entwickelten schon 1933 den Begriff Gleichschaltung, mit dem sie die völlige Unterwerfung des politischen, kulturellen und sonstigen öffentlichen Lebens unter ihre Ideologie beschrieben. Politische Gegner wie Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschafter und Liberale wurden verfolgt, inhaftiert und ermordet.
Es gelang den Nationalsozialisten auch, die große Masse der deutschen Bevölkerung zu erreichen. Mit (scheinbaren) sozialpolitischen Maßnahmen nach der Machtübernahme, wie der Erklärung des 1. Mai zum Feiertag und letztlich des Begriffs „Nationalsozialismus“ konnten sie auch große Teile der Arbeiterschaft gewinnen. Unterstützt wurde dies mit einem großen Aufwand für Propaganda und einer betäubenden Massenkultur, die viele in ihren Bann zog.
–   Widerstand gegen Faschismus:  Bombenattentat auf Hitler 1939 durch den bayrischen Kommunisten Georg Elser. Die Bekennende Kirche wandte sich gegen die Machthaber, Gruppen wie die Weiße Rose um die Münchner Sophie und Hans Scholl verbreiteten Aufrufe gegen die Nationalsozialisten. Am 20. Juli 1944 verübten schließlich ranghohe Militärs der Wehrmacht ein Attentat auf Hitler, das allerdings missglückte. 
+ Der Zweite Weltkrieg
begann  am 1. September 1939 mit dem Überfall des Deutsche Reiches auf Polen. Im Laufe der nächsten sechs Jahre fielen ihm rund 60 Millionen Menschen zum Opfer. Über 50 Länder traten in den Krieg ein. Am 8. Mai 1945 wurde der Krieg in Europa mit der Kapitulation Deutschlands und einer verheerenden Bilanz an Opfern und Zerstörung beendet.
+  Am 8. Mai 1945 kam es zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht und Deutschland wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Die neuen Supermächte nach dem Ende des Kriegs waren die USA und die Sowjetunion, die sich in Deutschland direkt gegenüberstanden. Mit der Truman-Doktrin brach der schwelende Konflikt als Kalter Krieg offen aus. 
– Am 23. Mai 1949 die Bundesrepublik Deutschland in den britischen, französischen und US-amerikanischen Besatzungszonen und gut vier Monate später, am 7. Oktober 1949, die Deutsche Demokratische Republik
–  In Westeuropa begann erstmals die Konkretisierung der lang gehegten Träume von den Vereinigten Staaten von Europa und die Kriegsfolgen, Armut sowie die großen Vertreibungen bewirkten erste konkrete europäische Einigungsbewegungen. 1993 ging die EU daraus hervor. Im Einflussbereich der Sowjetunion entstand als Pendant zu den wirtschaftlichen Zusammenschlüssen des Westens der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW, im Westen auch Comecon genannt).
Dritte Industrielle Revolution
Die Dritte industrielle Revolution brachte die Computertechnik in den Produktionsprozess ein. Neue Arbeitsverhältnisse kamen auf, zunehmende Beschäftigung in Büros und in der Dienstleistungsbranche. 
Zusammenbruch des Realsozialismus
1985 kam in der Sowjetunion mit Michail Gorbatschow ein neuer Generalsekretär an die Macht.  Mit der Politik von Perestroika und Glasnost versuchte Gorbatschow gesellschaftliche Reformen durchzusetzen. Die zunehmende Meinungsfreiheit in der Sowjetunion konnte freilich die Probleme 
nicht beseitigen. Als sich die sowjetische Intervention in Afghanistan als Fiasko abzuzeichnen begann, wurde die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 zu einem Symbol für das Versagen des kommunistischen Systems und offenbarte die allgemeine Missachtung der Bevölkerungsinteressen durch die Behörden. –  Im Sommer 1989 nutzten schließlich unzählige DDR-Bürger die Öffnung der Grenze zwischen Ungarn und Österreich und flohen über Budapest in den Westen, weitere suchten Zuflucht in der Deutschen Botschaft Prag. Im Herbst 1989 gingen erstmals in Leipzig Menschen auf die Straße, um auf den Montagsdemonstrationen für politische Reformen zu protestieren. Am 4. November fand auf dem Berliner Alexanderplatz die größte nicht staatlich organisierte Demonstration in der Geschichte der DDR statt. Die Teilnehmer forderten eine demokratische DDR mit einem pluralen Parteiensystem, ohne Staatssicherheit und ein Ende der Entmündigung.
 
–  Am 9. November wurde die Berliner Mauer und die Grenzen zur Bundesrepublik geöffnet wurden und noch in der Nacht besuchten zehntausende Menschen den Westteil Berlins. Die DDR-Führung konnte sich nicht mehr halten, Mitglieder des Politbüros traten zurück, die Führung wurde von Honecker auf Egon Krenz übertragen, aber auch dieser war zu einem Bruch nicht in der Lage. Nach der Maueröffnung wurde der Ruf nach der Einheit Deutschlands immer lauter. Aus der Parole der Montagsdemonstrationen Wir sind das Volk wurde bald Wir sind ein Volk Die Revolutionen im Jahr 1989 führten zum Zusammenbruch der realsozialistischen Systeme in Zentral- und Osteuropa. Einige dieser Aufstände, wie die Samtene Revolution in der Tschechoslowakei oder die Singende Revolution in den baltischen Staaten, blieben friedlich. Andere verliefen gewalttätig, etwa der Sturz des rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu, der sich schon Jahre vorher von der Sowjetunion distanzierte und ein neostalinistisches System installiert hatte. Der gescheiterte Augustputsch in Moskau 1991 führte zum Verbot der KPdSU und zum endgültigen Zerfall der Sowjetunion.
Neue Weltordnung
Mit dem Untergang der Sowjetunion hörte auch die Phase der Bipolarität in der Welt auf. Die USA waren die einzige verbliebene Weltmacht.
In dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts brachen neue Kriege aus. 
–  1991 begann der Golfkrieg zwischen den USA und dem Irak
–  1991 -1999 Kriege auf dem Balkan, wo der Staat Jugoslawien in seine Einzelstaaten auseinanderbrach.
die Europäische Union seit den 1990er Jahren stetig. Im neuen Jahrtausend sollten auch immer mehr Staaten des ehemaligen sowjetischen Einflussbereichs ihr beitreten. Durch die Installierung der europäischen Gemeinschaftsorgane konnte bereits am 1. November 1993 der europäische Binnenmarkt Wirklichkeit werden. Die OECD und EFTA ermöglichten eine große Freihandelszone. Es folgte die Europäische Gemeinschaft bzw. die EU und die EU-Erweiterung mit den mittel- und osteuropäischen Ländern.
Wissenschaft und Technologie
–  Albert Einstein entwickelt zunächst die Spezielle und später die Allgemeine Relativitätstheorie, mit der Wechselwirkung zwischen Materie einerseits sowie Raum und Zeit andererseits beschrieben wird und ein völlig neues Verständnis von Gravitation herbeiführt.
–  Werner Heisenberg und Erwin Schrödinger entwickelten die Grundlagen der modernen Quantenmechanik. Die Architektur von Atomen wird von Ernest Rutherford durchleuchtet. Spätere Arbeiten, wie beispielsweise die von Otto Hahn, führten sodann zur Entwicklung sowohl von Kernwaffen als auch Kernkraftwerken.
–  Mit der Begründung der Polymerchemie wird die Basis für die Entwicklung der Kunststoffindustrie gelegt und der Siegeszug von Plastik nimmt seinen Lauf.
–  Die Identifikation der Desoxyribonukleinsäure als Erbsubstanz gelingt Oswald Avery; ihre Struktur entschlüsseln Francis Crick und James Watson. Damit wird die Gentechnologie begründet.
–  Christiaan Barnard führt die erste Herztransplantation durch. Der Orthopäde Gawriil Abramowitsch Ilisarow entwickelt grundlegende Verbesserungen orthopädischer Operationsmethoden.
–  Im 20. Jahrhundert entwickeln sich technologische und elektronische Geräte zu Massenkonsumgütern wie Haushaltsgeräte, Werkzeuge, Computer, Kommunikationsmittel, Medien, Ton- und Bildwiedergabegeräte sowie auch Fortbewegungsmittel. Mechanische Geräte werden in immer mehr Bereichen durch digitale oder elektrische Innovationen ersetzt; Hygiene, Verpackung und Mobilität gewinnen an Bedeutung.
–  Der Verbrennungsmotor sowie die Elektrizität ersetzen zunehmend die Dampfmaschine zum Antrieb von Schienen- und Wasserfahrzeugen. Der individuelle Straßenverkehr gewinnt gegenüber dem Schienenverkehr an Dominanz, was sich signifikant auf die Stadtplanung auswirkt. Der Luftverkehr kommt auf und entwickelt sich zum planmäßigen Linienverkehr. Globaler Personenfernverkehr wird bald fast ausschließlich in der Luft abgewickelt. Im Schienenverkehr kommen Hochgeschwindigkeitszüge, in der globalen Handelsschifffahrt Tank- und Containerschiffe auf.
–   Raumfahrt Am 4. Juni 1944 durchbrach eine deutsche Rakete vom Typ Aggregat 4 (V2) als das erste von Menschen konstruierte Objekt, die Grenze zum Weltraum.  Maßgeblich hat Wernher von Braun die Entwicklung in Peenemünde beeinflusst
 Am 4. Oktober 1957 wurde mit Sputnik 1 der erste künstliche Erdsatellit gestartet – der Beginn der Raumfahrt. Im selben Jahr wurde am 3. November die Hündin Laika, als erstes Lebewesen, ins All befördert. Juri Gagarin gelang es am 12. April 1961 mithilfe von Wostok 1, die erste Erdumkreisung durchzuführen. Bei der Mission Woschod 2, 1965, glückte der erste Weltraumausstieg von Alexei Leonow. Drei Jahre später, am 21. Dezember, gelang die erste bemannte Mondumkreisung der Mission Apollo 8. Am 20. Juli 1969 landete Apollo 11 zusammen mit Neil Armstrong, als erstem Menschen auf dem Mond.
– Mit 51 Pegasi b, wurde 1995 der erste Planet außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. 1998 begann das Projekt der Internationalen Raumstation ISS.
Musik
Franz Liszt und sein Schwiegersohn Richard Wagner experimentierten mit neuen Harmonien.
Der europäische Faschismus hatte tiefgreifende Folgen auch auf die Entwicklung der Musik. Die in den 30er Jahren bereits entwickelte Moderne wurde als „entartet“ oder „jüdisch-bolschewistisch“ gebrandmarkt.
 In der westlichen Welt war das Musikschaffen nicht von der Politik abgekoppelt. In den 60er und 70er Jahren, im Umfeld der 68er-Bewegung und der folgenden sozialen Bewegungen, zum Beispiel gegen den Vietnamkrieg, fungierten viele Kunstschaffende als politische Akteure.
Stilistisch war die Nachkriegszeit von der seriellen Musik, der Verwendung von Synthesizern und anderen elektronischen Stilmitteln geprägt. Diese breiteten sich mit der Verzögerung von Jahrzehnten auch in der populären Musik aus.
Das 20. Jahrhundert war aber vor allem durch den Aufstieg der populären Musik gekennzeichnet. Aus den USA kam Anfang des Jahrhunderts der Ragtime nach Europa und vor allem nach dem Ersten Weltkrieg breitete sich überall in den europäischen Städten der Jazz aus. Die Vielzahl an Unterhaltungslokalen machte es möglich. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten wiederum amerikanischen Besatzungstruppen den Swing nach Deutschland, der während der NS-Herrschaft verboten war. Später breitete sich der Rock ’n’ Roll aus, der auf scharfen Widerstand der konservativen deutschen Gesellschaft stieß. Ähnlich wie Beatmusik wurde er zum Ausdruck einer rebellierenden neuen Generation.
Sport  Im 20. Jahrhundert wurden viele Sportarten professionalisiert und es etablierten sich weltweit beachtete Sportereignisse.  Später im Jahrhundert wuchsen die Einkommen entsprechend herausragender Aktiver in einzelnen Sportarten zu Gehältern der Oberschicht an. Zu den Sportarten, mit denen zunehmend solche Einkünfte erzielt werden konnten, zählen u. a. American Football, Basketball, Baseball, Eishockey, Radsport, Tennis, Golf, Automobilsport und Fußball. In letzterem etablierten sich weltweit organisierte Profiligen, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit der Möglichkeit, mit Sport nennenswerten Gewinn zu erzielen, erwuchsen auch entsprechende Manipulationstechniken, so wurden etwa Doping in Deutschland über den Bundesliga-Skandal bekannt.“
Quelle: Wikipedia-Link: 20. Jahrhundert

Das 21. Jahrhundert

Das 21. Jahrhundert  2001 – 2100.     Nach Schätzungen der UNO (2016) wird die Weltbevölkerung bis 2100 auf 11,2 Milliarden steigen.
Politik. Am Anfang des Jahrhundert bevölkerten 6,27 Mrd. Menschen die Erde.
–  Am 11. September 2001 werden durch Terroranschläge beide Türme des World Trade Centers in New York City zerstört und das Pentagon in Washington, D.C. schwer beschädigt. Als Reaktion darauf rufen die USA einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus aus und fordern eine internationale Allianz gegen den Terrorismus.
– Der internationale Strafgerichtshof nimmt am 1. Juli 2002 seine Tätigkeiten gegen VölkermordVerbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen auf.
–  Am 20. März 2003 der Irakkrieg. Saddam Hussein flieht, wird erst am 13. Dezember 2003 gefangen genommen und am 30. Dezember 2006 nach einem langen Prozess durch den Strang hingerichtet. Es entstehen Spannungen innerhalb der EU durch die Teilnahme einiger Mitgliedsstaaten an diesem Krieg. 
– Am 1. Mai 2004 erfolgt die Osterweiterung der Europäischen Union um zehn neue Mitglieder. Dies war die fünfte und bisher größte Erweiterung der Europäischen Union.
– Am 1. Januar 2007 erfolgt Teil II der Osterweiterung der Europäischen Union, indem Bulgarien und Rumänien der EU beitreten.
Kaukasuskrieg 2008 – Am 7. August 2008 eskaliert der Konflikt zwischen Georgien und Russland um die autonomen georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien im Kaukasus. Die beiden Provinzen streben nach Unabhängigkeit von Georgien und nach Eingliederung in die Russische Föderation und werden dabei von Russland unterstützt.
–   NATO-Osterweiterung – Am 1. April 2009 treten Albanien und Kroatien der NATO bei, die nun 28 Mitgliedstaaten umfasst.
–   In der Arabischen Welt findet 2011 ein politischer Umbruch, der sogenannte Arabische Frühling, statt.
– Am 1. Juli 2013 tritt Kroatien der Europäischen Union bei und wird dadurch der 28. EU-Mitgliedstaat.
–   2014 kommt es zu einer Revolution in der Ukraine, worauf Russland die Krim annektiert und einen Krieg im Osten des Landes unterstützt. Die Annexion und der Krieg führen zu einer angespannten Lage zwischen der NATO und Russland.
–    Im Juli 2014 nutzt die Terrororganisation Islamischer Staat die politischen Unruhen des Arabischen Frühlings, des Irakkriegs und des Bürgerkriegs in Syrien und ruft auf Teilen des Gebiets des Iraks und Syriens, die sie unter Kontrolle hat, ein Kalifat aus.
–   Terroranschläge des IS in Europa:     Terroranschläge des IS am 22. März 2016 in Brüssel starben 35 Menschen.  Terroranschläge in Paris 130 Menschen getötet.
–   Aufgrund verschiedener Bürgerkriege und anderer Konflikte erreicht 2015 eine sogenannte Flüchtlingswelle Europa. 
–   2021 erfolgten der Truppenabzug der NATO aus Afghanistan und der Vormarsch der Taliban.
–   
Am 24. Februar 2022 erfolgte ein russischer Überfall auf die Ukraine.
Wirtschaft
–  1999 Einführung des Euro als Buchgeld und 2002 als Bargeld in zunächst 13 europäischen Ländern. Weitere Staaten treten in den folgenden Jahren bei.
–   Die Volksrepublik China steigt Anfang des 21. Jahrhunderts mit hohen Wachstumsraten zu einer globalen Wirtschaftsmacht auf. Ökonomen sprechen vom „asiatischen Jahrhundert“.
–    Ausbau der Erneuerbaren Energien mit Windenergie und Sonnenenergie.
–   Die Informations- und Kommunikationstechnologien sind weltweit einer der schnellst wachsenden Branchen.
 Forschung und Technik
–   
Das seiner Zeit größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus A380, absolviert am 27. April 2005 seinen Erstflug.
–    Die Raumsonde Voyager 1 tritt im August 2012 als erstes vom Menschen erzeugtes Objekt in den interstellaren Raum ein.
–   Seit den 2010er Jahren wächst der Markt alltagstauglicher Hybrid- und Elektrofahrzeuge rasant. Es beginnen die ersten Testfahrten mit selbstfahrenden Autos.
–   Die Entwicklung der Mobilfunkgenerationen UMTS (3G), LTE (4G, 4G+) und 5G ermöglichen zuletzt unter aktuellstem Standard die Realisierbarkeit des autonomen Fahrens, Nutzung von On-Demand-Streamingdiensten und der Echtzeitübertragung im Fernsehen z. B. unter Benutzung eines Mobilfunkgerätes.
–  Der weltweite Anteil an Internetnutzern beträgt mit 48 % fast die Hälfte der Menschheit. 
Erfindungen und Entdeckungen
–  Anwendung der Gentechnik und Anwendung der Nanotechnologie, Verbreitung von Bionik.
Gesundheit
– 
AIDS und Tuberkulose sind weiterhin auf dem Vormarsch, wobei eine Eliminierung der Kinderlähmung in den nächsten Jahren erwartet wird.
–  2002 wurde die Infektionskrankheit SARS in der chinesischen Provinz Guandong entdeckt, welche vom SARS-Coronavirus übertragen wird.
–  Im Dezember 2019 wurde in der chinesischen Stadt Wuhan das Coronavirus SARS-CoV-2 entdeckt,  verantwortlich für die COVID-19-Pandemie.
–    Online-Spielsucht wird seit Juni 2018 von der WHO als eigenständige Krankheit gesehen. 
Natur und Umwelt
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Zunahme von Naturerscheinungen löst die Diskussion über einen Klimawandel aus. Stürme wie Katrina, Nargis oder Kyrill sorgen überall auf der Welt für erhebliche Schäden. Auch andere Naturphänomene wie die Jahrhundertflut 2002“ an der Elbe oder der „Jahrhundertsommer 2003 in Europa bestätigen den Klimawandel, der ein wichtiges Thema in der Politik wird und die Menschen beschäftigt.
–  Die Erderwärmungsgeschwindigkeit wird bis Ende des 21. Jahrhunderts etwa 100-mal größer als bei bisherigen natürlichen Klimaveränderungen sein.
–    Mit dem Begriff Anthropozän fing man 2000 an, den Menschen als geologischen Faktor für die Biosphäre zu betrachten. Eigenschaften sind u. a. Übersäuerung der Atmosphäre und der Weltmeere, Abnahme der Biodiversität, Artensterben z. B. unter Bestäubern, Überfischung, Waldbrand(rodung), der selbst- bzw. menschengemachte Klimawandel, Kunstdüngereinsatz und einseitige betriebene Landwirtschaft mit wachsender Weltbevölkerung. Nach umfangreichen, immer detaillierten Umweltstudien und Zukunftsszenarien steigen alle genannten Parameter bisher in ihrem Ausmaß.“
Quelle: Wikipedia-Links:  21. Jahrhundert

Konfuzius sagt: „Lernen ohne zu denken ist sinnlos; aber denken ohne zu lernen ist gefährlich.
Lernen sollten wir aus unserer Geschichte, besser und friedlicher miteinander zu  leben.

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