Thüringer und Gebesee’r Geschichte von den Anfängen bis zum Ende des HRR 1805

Unser Leben ist nur ein Wimpernschlag,
im Vergleich zu den tausendenden Jahren der Menschheitsgeschichte.

Die chronologische Einbettung der Geschichte des Ortes Gebesee und ihrer Menschen in die Thüringische Geschichte war ein wichtiges Anliegen.
Die Dinge wie sie sind, lassen sich oft nur aus der geschichtlichen Entwicklung erklären.
Die Ergebnisse unserer hervorragenden Chronisten,
Louis Bohlen, Oskar Gründler, Joachim Kuhles, Peter Donath und weiterer Autoren wurden eingearbeitet und mit Quellverweisen versehen.
Eine besondere Hilfe stellte die Internet-Enzyklopädie „Wikipedia“ dar. Daten und Textstellen sind mit den Quellen der Internetseiten verlinkt, das hat den großen Vorteil, dass die Forschungsergebnisse auf dem aktuellen Stand bleiben.
Die Quelle der Texte sind die blau gemarkerten Textstellen mit den hinterlegten Links.

Inhalt:
1. Früheste Besiedlungen im Thüringer Becken.
1.1. Steinzeit bis 2000 v. Chr.
1.2. Eiszeit endet etwa 10.000 Jahre v. Chr.
1.3.Bronzezeit 2000 -700 v. Chr.
1.4. Eisenzeit 700 bis 30 v. Chr.

2. Spätantike 284 bis 565 nach Chr.
2.1 Völkerwanderung 375 -568
2.2. Die Thüringer betreten um 400 die weltgeschichtliche Bühne.
2.2.1. Das Reich der Thüringer im 5./6. Jahrhundert
2.2.2. Der Untergang des Thüringer Reiches 531 an der Unstrut (Tretenburg)

3. Mittelalter von 500 bis 1500
3.1. Gebesee unter Merowinger Herrschaft ab 531-751.
3.2. Gebesee im Reich der fränkischen Karolinger ab 751 bis 834

Eigene Texte  und Bildmaterialien unterliegen dem Urherberrecht des Autors.
Quellangabe (A):
LB (Seite); Louis Bohlen, Chronik von Gebesee, bearbeitet von Joachim Kuhles 
JK (Seite); Joachim Kuhles, Gebesee-Geschichte einer Kleinstadt im Spiegel thüringischer Geschichte,
OG (Seite); Oskar Gründler, Gebesee, aus der Vergangenheit der Stadt, Verlag W. Schlothauer
PD (Seite); Peter Donat, Gebesee-Klosterhof und Königliche Reisestation des 10-12. Jahrhunderts,
Konrad Theiss Verlag-Stuttgart
CdSG (Seite); Chronik der Stadt Gebesee 1920-2000, Stadt Gebesee, Starke Druck, Sondershausen.
DDK  (Seite) Georg Johannes Kugler, Die deutschen Kaiser, Weltbild Verlag
Wiki-Link Angaben aus den mit blau gekennzeichneten Text

Menschen und Landschaften im Wandel

1. Früheste Besiedlungen im Thüringer Becken
1.1. Steinzeit bis 2 200 v.Chr.

Durch den Wald- und Wasserreichtum könnte das Gebiet um Gebesee und dem Thüringer Becken schon in der Steinzeit besiedelt oder als Jagdgebiet für nomadisierende Steinzeitmenschen genutzt worden sein.
Der Beginn der Steinzeit war vor circa 2,6 Millionen Jahren und endete erst ungefähr 2200 v. Chr., sie gilt deshalb auch als der längste Abschnitt der Menschheitsgeschichte. Auf die Steinzeit folgte die Bronzezeit und dann die Eisenzeit.
Ganz in der Nähe von Gebesee „Auf der Steinrinne“ von Bilzingsleben im Landkreis Sömmerda siedelten vor ca. 370.000 Jahren die frühesten Menschen. Der Homo erectus Bilzingslebenensis gehört damit zu den frühesten Menschenfunden in Mittel- und Nordwesteuropa.
Die folgende Eiszeiten haben den Bilzingslebener Menschen nach Süden vertrieben oder er ist erfroren.“ Wikipedia

1.2. Eiszeit endet etwa 10.000 Jahre v. Chr.

„Die letzte Eiszeit hatte ihren Höhepunkt vor etwa 21.000 Jahren und ging vor etwa 10.000 Jahren zu Ende. Es gab bis zu drei Kilometer mächtige Eisschilde. Da so viel Wasser als Eis gebunden wurde, lag der Meeresspiegel etwa 130 Meter unter dem heutigen Niveau. Die globale Durchschnittstemperatur war fünf bis sechs Grad Celsius niedriger.“ Der Boden lag bis zum Alpenraum unter Dauerfrost. Thüringen lag in der Altsteinzeit an den südlichsten Ausläufern der eiszeitlichen Gletscher (Elstereiszeit). 
Die Besiedlung und die Entwicklung der Fauna und Flora des Thüringer Gebietes könnte erst vor ca. 10.000 Jahren begonnen haben, gefolgt von der Wiederbesiedlung unserer heimatlichen Gefilde.
Das Arbeitsgerät war überwiegend der behauene Stein.“ Wikipedia

1.3. Bronzezeit 1.200 -700 v.Chr. i. Th.

Im Thüringer Raum verbreitete sich die Bronzezeit ab 1200-700 vor Christus. Mit dem Anbrechen der Bronzezeit kommt es zu neuen geistlichen kulturellen Strömungen.
Es bildete sich eine neue Elite in der Gesellschaft, die ihre Toten unter hohen Grabhügel bestatteten konnten. Der Grabhügel des Bronzefürsten von Leubingen im Landkreis Sömmerda gehört in diese Epoche.
Auf einem Hügel in Bohra bei Schmölln in Thüringen stießen Archäologen knapp unter der Erdoberfläche auf eine größere Siedlung aus der Bronzezeit.
Eine Himmelsscheibe wie die von Nebra fanden sie zwar nicht, doch haben sie zahlreiche Keramikscherben, Pfosten- und Vorratsgruben und sogar eine Grabstätte freigelegt“ Wikipedia

1.4. Eisenzeit 700 bis 30 v. Chr.

Die Eisenzeit ist eine nach dem verwendeten Material (Eisen) zur Herstellung schneidender Waffen und Gerätschaften benannte Periode der Ur- und Frühgeschichte. Sie ist nach der Steinzeit und der Bronzezeit die dritte große Periode in der einfachen zeitlichen Gliederung des Dreiperiodensystems.
 1200 v. Chr. mit dem Untergang des hethitischen Reiches, in Nordeuropa reicht sie von etwa 750 v. Chr. bis 1025 n. Chr.
Das Eisenhandwerk in Thüringen erlebt im 2. und 1. Jh. v. Chr. seine Blüte.
Die „Thüringische Kultur“ der Eisenzeit war vom Thüringer Becken bis zum mittleren Saalegebiet verbreitet.  Die „Thüringische Kultur“ weist auf Einflüsse aus dem hessischen und mittelrheinischen Raum hin. In dieser Zeit wurden viele Urnengräber angelegt.
Im Gegensatz zu Bronze und Kupfer waren Eisenerze leicht für jedermann verfügbar, weit verbreitet und damit nicht mehr nur einer Oberschicht vorbehalten.
Von Vorteil war die Härte des geschmiedeten Eisens, es eignete sich bestens für die Herstellung von Waffen, Werkzeugen und Erntegeräten.“ Wikipedia

2. Spätantike 284 bis 565 n. Chr.

2.1.  Völkerwanderung 375-568 

In der historischen Forschung wird als sogenannte Völkerwanderung im engeren Sinne die Migration vor allem germanischer Gruppen in Mittel- und Südeuropa im Zeitraum vom Einbruch der Hunnen nach Europa circa 375/376 bis zum Einfall der Langobarden in Italien 568 bezeichnet.
  –  Die Völkerwanderung führte zu häufigen Territorialkämpfen und dem Zerfall des weströmischen Reiches. 
  –  Der Stamm der Thüringer bildete sich vermutlich im dritten oder vierten Jahrhundert durch einen Zusammenschluss verschiedener germanischer Gruppen und Verbände heraus. Als Vorgängerformation wird heute die Haßleben-Leuna-Gruppe angesehen. Auf die Anwesenheit der Angeln und Warnen in Thüringen weisen der Gauname Engilin im Bereich der Hainleite, der Name der zwischen Saale und Elster liegenden Landschaft Werenofeld sowie die Lex Angliorum et Werinorum hoc est Thuringorum hin, die Karl der Große um 800 aufzeichnen ließ. Auch die sogenannten „Engelsdörfer“ (wie Feldengel, Kirchengel, Holzengel und Westerengel) bei Großenehrich im Kyffhäuserkreis könnten ihren Wortstamm (Angeln) aus dieser Besiedlung erhalten haben. 
     – 
Mit dem Untergang des weströmischen Reiche  fand ein dramatischen Verlustes an antiken Kulturgütern statt. Das Bildungsniveau sank. Die nun folgende weniger komplexe Wirtschaft warf weniger Gewinn ab.
  – Im Rechtsbereich orientierten sich die Germanen am römischen Recht, wie sie überhaupt bemüht waren, sich der römischen Lebensweise anzupassen. 
  – An den germanischen Herrscherhöfen entstanden nach einer Weile neue Ämter, wie der maior domus (Hausmeier) im Merowingerreich.
  –  
Die Gesellschaft teilte sich bald in Freie (wozu die germanischen Adligen und die römische Oberschicht gehörten), Halbfreie und Unfreie auf.
 
Daneben veränderte sich unter anderem die Bestattungskultur. So ließen sich auch Romanen nach germanischer, also „barbarischer“, Art begraben.“ Wikipedia

2.2. Die Thüringer betreten um 400 die weltgeschichtliche Bühne..

Die Thüringer (lateinisch Thuringi, Tueringi oder Thoringi) waren ein westgermanischer Stamm, der seit der Spätantike im 5. und frühen 6. Jahrhundert belegt ist. Auf ihn geht die spätere Gebietsbezeichnung Thüringen zurück.
   –   Nach neuesten Forschungen sollen die Thüringer Stämme aus einer Abspaltung, aus den germanisch-keltischen Stamm der Turonen hervorgegangen sein. Andere Forschungen deuten auf den germanischen Stamm der Hermunduren hin. Im Jahr 3 n.Chr. vereinigte der Markomannenfürst Marbod Hermunduren, Turonen, Quaden, Langobarden und Semnonen in seinem Reich.
   –  Im Jahre 19 n. Chr. vertrieb Vibilius, Fürst der Hermunduren, den Markomannen Catualda, den Nachfolger Marbods und verleibte sich so den nordböhmischen Teil des Markomannenreiches ein.

   –  Die Römer herrschten zwar niemals in Thüringen, dennoch unterhielten sie Handelsbeziehungen und unternahmen einige Expeditionen dorthin. Vielfach wurden im Land römische Münzen gefunden, und die römische Töpferei von Haarhausen bei Erfurt war fast identisch mit Töpfereien der Römer.
   –  Belegt ist, dass die Thüringer zur Gefolgschaft des Hunnenkönig Attila gehörten, der um 480 mit den Thüringern einen Kriegszug gegen Gallien unternahm.
   –  Im 5. Jh. zogen sich die Hunnen nach der verlorenen Schlacht auf den Katalaunischen Feldern aus Thüringen zurück.“ Wiki-Links“

2.2.1. Das Reich der Thüringer im 5./6. Jahrhundert

Ältestes Thüringer Landgrafenwappen

Die Thüringer  hatten sich von anderen germanischen Stämmen der Völkerwanderungszeit abgehoben und gehören damit neben Franken, Alamannen und Sachsen zu den ältesten, aus denen sich ein deutsches Reich bilden sollte.
Ihr Siedlungsraum reichte von der Werra bis zur unteren Mulde, von der Altmark bis zum Thüringer Wald und Erzgebirge. Darüber hinaus erstreckte sich ihre Herrschaft später bis hin zu Main, Donau, Elbe und vielleicht sogar zum Niederrhein.

 – Der erste namentlich bekannte und historisch gesicherte Thüringerkönig war Bisinus, der um 500 herrschte.
Bei Gregor von Tours werden nach Bisinus (460) Bisinius soll den vertriebenen fränkischen König Childerich I. aufgenommen haben.  Es folgte die Söhne von Basinus als Thüringer Könige so der Baderich von Thüringen,  der Berthachard und der Herminafried. Baderich wurde eventuell vor Beginn der folgenden fränkischen Invasion getötet, doch ist dies unsicher. Möglicherweise sind er und Berthachar erst während der fränkischen Invasion (531) gefallen. Schließlich blieb nur noch Herminafried als eigenständiger König übrig. Er war wohl schon zuvor der mächtigste der drei Brüder und heiratete die Gotin Amalaberga, eine Nichte des Ostgotenkönigs Theoderich. Mit dem Tod Theoderichs im Jahr 526 endete die bisherige Ausgleichspolitik unter den Germanenreichen im Westen. Noch bevor die Thüringer ihre Herrschaft festigen konnten, setzten die Merowinger ihre aggressive Expansionspolitik fort: Sie nutzten die günstige Gelegenheit, die Thüringer – die nun ohne den Schutz der Amaler waren – anzugreifen. Zudem schien das Reich der Thüringer bereits durch die vorherigen Bruderkämpfe geschwächt worden zu sein.
– Das gezeigte Wappen ist wahrscheinlich das älteste bekannte Thüringer Wappen.“ Wiki-Links

2.2.2. Der Untergang des Thüringer Reiches 531 an der Unstrut (Tretenburg)

Thüringer Reich bis 531

Die Franken zogen im Jahr 531 unter der Führung ihres Königs Theuderich I., den sein Sohn Theudebert I. und sein Halbbruder Chlothar I. begleiteten, gegen die Thüringer. 
Die Thüringer wurden von ihren König Herminafried angeführt“. 
An der Unstrut in einem Gebiet zwischen Weißensee und Herbsleben fand die entscheidende Schlacht statt.
Die Thüringer wurden von den fränkischen König besiegt. 
Vermuteter Schlachtort könnte die Runneburg bei Weißensee gewesen sein, sie soll die Burg des Thüringer Königs Herminafried gewesen sein.“ Einige Historiker sehen das Gebiet zwischen Herbsleben und der Tretenburg (Flur-Gebesee) als Austragungsort der entscheidenden Schlacht.

Bei der so viel Soldaten umkamen, dass die Unstrut sich rot färbte und die Franken über die toten Leiber von einem Ufer zum anderen geritten sind, auch um wahrscheinlich die Tretenburg zu stürmen.
Der Flecken Gebesee wurde im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen wahrscheinlich von den Franken geplündert. „Wiki-Links

Quellangabe (A) für die folgenden Seiten:
LB (Seite); Louis Bohlen, Chronik von Gebesee, bearbeitet von Joachim Kuhles
JK (Seite); Joachim Kuhles, Gebesee-Geschichte einer Kleinstadt im Spiegel thüringischer Geschichte,
OG (Seite); Oskar Gründler, Gebesee, aus der Vergangenheit der Stadt, Verlag W. Schlothauer
PD (Seite); Peter Donat, Gebesee-Klosterhof und Königliche Reisestation des 10-12. Jahrhunderts,
Konrad Theiss Verlag-Stuttgart
CdSG (Seite); Chronik der Stadt Gebesee 1920-2000, Stadt Gebesee, Starke Druck, Sondershausen.
DDK  (Seite) Georg Johannes Kugler, Die deutschen Kaiser, Weltbild Verlag

3. Das Mittelalter von 500 bis 1500 im Heiligen Römischen Reich (HRR)

3.1. Gebesee im Reich der fränkischen Merowinger ab 531 bis 751

Thüringen bis zur Eroberung 531

Der Untergang des Königreichs der Thüringer gehört zu den wichtigsten Zäsuren der Landesgeschichte. Aus einem mächtigen Germanenreich wurde eine Provinz des fränkischen und deutschen Reiches.
Die Merowinger gründeten das Herzogtums Thüringen, hier sind erste Ortsgründungen nachweisbar (Arnstadt 704, Erfurt 742).
„Unter den fränkischen Königen erfolgte der verstärkte Landausbau und die Gewinnung von Ackerfläche.“ JK 26

Gebesee
ist im fränkischen Sinne keine Neugründung, es bestand bereits, als Flecken vor der fränkischen Besetzung. Die thürinigische Thingstätte der Tretenburg an der Unstrut ist allseits bekannt.

Nach der Völkerwanderung entwickelte sich aus den Einzelhöfen der
Flecken-das Dorf.
Der Wasserreichtum, der fruchtbare Lössboden, der Waldbestand und die Weidenflächen stellten eine gute Lebensgrundlage für die Gebesee’r dar.
731   „besiegte Bonifatius der Legende nach mit seinen Kämpfern die Ungarn an der Unstrut. In Folge ließen sich die Thüringer an der Tretenburg mit Unstrutwasser taufen. Die Flurbezeichnung „Seelenheil“ bei Herbsleben soll an diese historische Tat erinnern.“ JK 49
736     „Soll der hl. Bonifatius zum Dank für den Sieg über die Ungarn und die Taufe der Thüringer, den Bau der St, Johanniskirche auf der Tretenburg, der Thingstätte der Thüringer veranlasst haben. Der Bau einer Kapelle  auf dem Gebeseer Klausberg und der Katharienkirche (im Volksmund Bonifatiuskirche) wird ebenfalls Bonifatius zugeschrieben.“ LB 6, JK, „Wiki-Links

Reich der fränkischen Karolinger

775   „Erhielt der Mainzer Erzbischof  Lullus aus der Hand von Karl dem Großen  umfangreiche Besitzungen, es ist wahrscheinlich das der Gebesee’r umfangreiche Grundbesitz dazu gehörte..“ Berechnungen von Peter Donath könnte die Fläche dieser Grundherrschaft 3.000 ha groß gewesen sein, das ist ein Wert, der den der neuzeitlichen Flur von Gebesee noch um die Hälfte überschreitet. Es ist deshalb anzunehmen, dass zum Besitzkomplex der Grundherrschaft Gebesee noch Fluren der nordöstlich angrenzenden Gemeinden Henschleben  und Vehra gehörten.“ PD 14-15
775   „wird das um 769 gegründete Kloster Hersfeld zur Reichsabtei erhoben, in diesem Zusammenhang wurde die Abtei mit umfangreichen Ländereien ausgestattet.“  Wiki-Links
um 800     wird eine erste Gutsanlage auf Fläche des jetzigen Schlosses angelegt, um die Ländereien für die Abtei Hersfeld zu verwalten und das Erntegut zu lagern.

800    wird Karl der Große  von Papst Leo III. zum Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches“ gekrönt.“  Wiki-Links“

3.3. Gebesee im HRR der sächsischen Ottonen ab 919 bis 1024

Das HRR zur Ottonenzeit

„Der Aufstieg des Geschlechts fällt zusammen mit dem Aufstieg des Ostfränkischen Reiches und dem Entstehen des Heiligen Römischen Reiches.
Durch die Entscheidung des mächtigen fränkischen Stammesherzogs und Königs Konrad I., den Liudolfinger Heinrich von Sachsen zu seinem Nachfolger zu ernennen, erhielt die zuvor lediglich im Herzogtum Sachsen bedeutende Familie; die Königswürde. Es fehlte  den Karolingern die männlichen Nachkommen, also musste ein neues Geschlecht auserwählt werden, das waren in diesem Fall die Ottonen (Heinrich I. gefolgt von der drei Ottos und Heinrich II.). Seit Otto I., er wurde im Jahre 962 zum Kaiser gekrönt,
besaßen die deutschen Könige das Recht auf den Kaisertitel über das „Römische Reich“ (Imperium romanum). Otto I. starb in in der Kaiserpfalz,  Memleben/Thüringen, am gleichen Ort wie sein Vater Heinrich I. 
Im Dom zu Magdeburg ist seine Grabesstätte, neben seiner Frau. Sein Urenkel
Heinrich II starb kinderlos. Die ottonische Linie wurden von Salier Konrad II. abgelöst.“ Wiki-Links

Gebiet des Königshofes

um 920     also 150 Jahre nach der 1. Urkundlichen Erwähnung des Dorfes „Villa Gebise“ wird auf dem Klausberg die befestigte Klausberganlage der spätere Königshof erwähnt JK 34.
1.004       “ übernachtet der ottonische König Heinrich II. im Königshof Gebesee auf dem Klausberg.“ JK 35  Die Königshöfe lagen eine Tagesreise weit im gesamten Reich an den wichtigsten Reichswegen und -straßen.
Der Hof bestand im Endausbau aus einem 2-stöckigen Haupthaus, weiteren größeren Gebäuden, einer Kirche, mindestens einem Brunnen  und über  40 Grubenhäusern. Der Tätigkeitsbereich der Handwerker und Schmiede diente der Erhaltung der Burganlage. In erheblichen Maße wurden Stoffe gewebt. Auf dem Königshof/Burg könnten ca. 120-150 Personen tätig gewesen sein.
Die Grubenhäuser hatten keine Heizung, übernachteten wurde in Gebesee oder anderen Orten des Umlandes. Die gefundenen Gräber sind wahrscheinlich die Ruhestätte der Hersfeldischen Verwalter“. PD 199 Der Königshof war mit einem 715 m langen bis zu 12 m breiten und 4,5 m tiefen Graben umgeben.“ PD 16. Die Hauptburg war mit einer steinernen Mauer geschützt.“ PD 24.
„Auf dem Klausberg stand eine kreuzförmige Saalkirche. Der Grundriss entsprach etwa der Saalkirche in Ingelheim“ PD 29
Die Freilegung der Burgreste erfolgte 1985 bis 1990 und wurden 1991 bis 1993 unter Leitung von Prof. Dr. Peter Donath fortgesetzt.

3.4. Gebesee im HRR der fränkischen Salier 1024-1125

Heinrich IV übergibt die Reichsinsignien an Sohn Heinrich V

Das Jahrhundert der salischen Kaiser gilt als das Jahrhundert, in dem die dramatische Auseinandersetzung zwischen Kaiser- und Papsttum, um die Frage, ob die Kirche ein höheres göttliches Recht gegenüber den weltlichen Herrschern besitze oder nicht eher umgekehrt. Sie begannen mit Konrad II, letzter Kaiser war Heinrich V. der 1125 ohne männliche Nachkommen starb.“ s. Wiki-Links

1073      fand auf der Tretenburg ein Landtag statt, es sollen sich 20.000 Mann versammelt haben.  Anlass war die Einschränkung der Freiheitsrechte der Sachen und Thüringer durch Heinrich  IV. und der Bau von Höhenburgen zur Stärkung der Saliermacht gegen die Sachsen und Thüringer. Diese Streitmacht zog anschließend wahrscheinlich zur Harzburg bei Goslar, wo Heinrich IV sich aufhielt und belagerte sie. Der Aufstand der Sachsen und Thüringer gegen Heinrich IV wurde in der Schlacht bei Thamsbrück und Nägelstedt an der Unstrut 1075 niedergeschlagen.“ s.Wiki-Links, JK 52
1080    „kam es bei Vera und Straußfurt zu einer folgenreichen Schlacht zwischen Heinrich IV und dem Gegenkönig Rudolf von Schwaben. Rudolf verlor die Schlacht und starb an seinen Verwundungen. Die Flurbezeichnung „Mordäcker“ -, versunken mit einem Steinkreuz im See des Rückhaltebecken Straußfurt erinnern an die blutige Schlacht“ JK 53
1123      
 “ brach der Konflikt um den Kirchenzehnt mit dem Mainzer Erzbischof Adalbert erneut aus. Unter Führung des thüringische Adels formierte sich ein Bauernherr im Gebiet der der Tretenburg. Der Graf Heinrich Raspe I. zog von der Tretenburg mit 20.000 bewaffneten gegen Erfurt. Der Erzbischof musste fliehen.“ JK 53 

3.5. Gebesee im HRR der fränkischen Staufener  1155 -1268 

HRR 1268 z.Zt. d. Staufener

1125 -1155    Nach den Kämpfen um die Nachfolge von Heinrich V. wurde Friedrich I., genannt Barbarossa, 1152 in Frankfurt a.M. zum König gewählt, ihm folgte Heinrich VI. der das Reich bis Sizilien ausdehnte, hernach sein Sohn Kaiser Friedrich II.
„Friedrich II. ist kein gewöhnlicher Herrscher des Mittelalters. Der Enkel von Kaiser Barbarossa ist hochintelligent, spricht neben Latein auch Griechisch und Arabisch. Um seinen immensen Wissensdurst zu befriedigen, lebt er mit islamischen Gelehrten am Hof, studiert Mathematik, lässt antike Bücher übersetzen, erforscht selbst die Biologie der Tiere – zugleich versteht er sich als direkter Nachfahre von Jesus Christus. Fakt ist, dass der in Askese lebende Friedrich so selbstbewusst und klug ist, dass er sich von niemanden etwas vorschreiben lässt. Auch nicht von der Kirche.“ WW
Letzter Staufer war Konradin, der 1268 hingerichtet wurde.           Das Geschlecht der Staufer prägte das europäische Mittelalter entscheidend. Vor allem Kaiser Barbarossa und sein Enkel Friedrich II. gründeten Universitäten und Städte, schufen ein neues Rechtssystem und förderten die höfische Kultur.        Mit Friedrich endete die arabische Besiedlung Siziliens, die Eingliederung der Insel in den westlich-abendländischen Kulturraum wurde vollendet.  Sein Hof entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum der Dichtung und Wissenschaft. “ s.WIKI-Links
1227      rief Landgraf Ludwig IV. Adel und Volk auf der Tretenburg zusammen, bevor er zum Kreuzzug aufbrach.
1131      nutzte der thüringische Landgraf  Ludwig I.  die Tretenburg nicht mehr als Landgerichtsort. JK 54 “ Die bequeme Erreichbarkeit war mit dem neuen Thingort „Auf dem Ried“  zw. Mittelhausen und Elxleben gewährleistet. Hier stand der Thingstuhl, auf dem der Landgraf 18 Wochen im Jahr unter der Reichsfahne mit 12 Beisitzern 6 zur Rechten und 6 zur Linken, zu Gericht saß. Mittelhausen fungierte fortan als Landesfriedensgericht für ganz Thüringen“ JK 54 Der Ludwigsteinein Obelisk– erinnert heute noch an diese mittelalterliche Gerichtsstätte. „Die Tretenburg blieb geografischer Mittelpunkt des Landes. Nach der Bonifatiuslegende war Thüringen durch zwei Linien in vier Viertel eingeteilt. Die Linien kreuzten sich bei der Tretenburg.“ JK 54
1234        „wird auf Befehl von Papst Gregor IX. die Kapelle auf dem Klausberg von Landgraf Conrad von Thüringen neu erbaut , woher die Spende, der später im Ort Gebesee stattfindende Markt herrührte.“ LB 13  „Durch Gregor IX. erfolgte 1235  die Heiligsprechung  der Elisabeth von Thüringen.“ s. Wiki-Links
Gebesee’r Persönlichkeiten:
1191 – 1266
   Heinrich von Gebesee, landgräflicher Ministeriale, Vogt zu Gebesee, z. Zt. von Landgraf Hermann JK 61
1260               Ritter  Hennig von Gebesee, Mitgliede des Deutschen Ordens, JK 62
1249-69    „war Anna von Gebesee  Äbtissin des Klosters Kapellendorf.“ LB 13
1255 -1280     Ritter Johann von Gebesee, Schultheiß, seine Söhne Christian, Eckehard und Johann von Gebesee  JK 62   

3.6 Gebesee im HRR der Habsburger  Könige 1273 – 1308

Rudolf I. v. Habsburg

„Mit dem Tod Kaiser Friedrichs II. im Dezember 1250 begann das sogenannte Interregnum („Zwischenkönigszeit“), in dem die Königsherrschaft im Reich nur schwach ausgeprägt war. In diese Zeit fiel Rudolfs I. Aufstieg zu einem der mächtigsten Territorialherren im Südwesten des Reiches. Mit seiner Wahl zum römisch-deutschen König (1273) endete das Interregnum. Nach dem Königsmord 1308 bei Windisch endet vorerst das Kaisertum der Habsburger, es dauerte 130 Jahre bis der nächste Habsburger zum Kaiser des HRR gekrönt wurde.“ s. Wiki-Links
„Bemerkenswert war die Politik von Rudolf I. , er verschwisterte und verschwägerte die Habsburger mit 6 Fürstenhäusern und setzte den Grundstein für die mehrere hundert Jahre dauernde Herrschaft der Habsburger „Laßt andere Kriege führen, du glückliches Österreich heirate!“, hieß es jahrelang. Rudolf förderte die Entwicklung der Städte und bekämpfet das Raubrittertum , das die Handelswege störte, die Städte dankten es ihm.
Rudolf I. soll über 2 m groß gewesen sein. Er wurde durch spätere Geschichtsschreibung, als bescheiden und demütig mit hoher Willensstärke  glorifiziert.
Die Rudolfstr. in Gebesee und Erfurt tragen seinen Namen. Die Namensgebung in Gebesee könnte nach der Endfestung der Stadt nach 1840 und den Bau der Vorstadt erfolgt sein. Namensgeber für die Gebesee’r Karlstr. war folgerichtig Karl der Große, der erste Kaiser des HRR. Wir finden Karlstraßen in fasst jeder deutschen Stadt. Die  Namensgebung für die Johannesstr. in Gebesee erfolgte  wahrscheinlich  zum Gedächtnis an die Johanniskirche auf der Tretenburg und deren Schutzpatron -Johannes der Täufer“. 
1289              berief Rudolf I einen Reichstag zu Erfurt ein. Die Fürsten wurden verpflichtet den Landfrieden durchzusetzen.
1289 – 90     “ In Rudolfs letzten Jahren standen die Streitschlichtung und die Wahrung der Reichsinteressen besonders in Thüringen und Sachsen im Blickpunkt. In keinem Landesteil hielt er sich länger auf als in Thüringen und Sachsen. Mit den Residenzorten in Erfurt und Altenburg knüpfte er an staufische Vorbilder an.  Im Winter 1289/90 zerstörte der König in Thüringen nach sächsischen Angaben 66 oder 70 Raubburgen und ließ an einem Tag im Dezember 29 Raubritter vor den Toren der Stadt Erfurt enthaupten.“ DdK 103 
1290            “ wird auf Befehl Rudolfs die Tretenburg zerstört, wahrscheinlich wurde sie als Rückzugsort von Räuber und Geächtete genutzt.“.LB 13
1240             “ hier beginnt das Wachsen des kleinen Gebesee’r Flecken um die Burg . Die Burg Feste „Bärenstein“ befand sich hinter dem jetzigen Schloss auf der Höhe über der Gera, sie war Schutz und Trutz für den Ort und für den Weg zum Königshof und Kloster auf dem Klausberg. In der Folgezeit werden die Lücken zwischen den verstreuten Bauergehöften mit neuen Höfen gefüllt.    1255    taucht in Urkunde der Schultheiß Johann von Gebesee auf. Der Schultheiß hatte für die Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Hersfeldern zu sorgen. 1294  wird  Ernst von Gebesee als Verwalter  genannt. In den deutschen Landen wurde zu dieser Zeit  die „3 Felderwirtschaft“ betrieben, Winterfrucht, Sommerfrucht und Brache sowie Allmende. Die  Dorfordnung beschloss die Dorfversammlung. Die Dorfversammlung führte auch die Gerichtsbarkeit aus. Nur Hofinhaber durften teilnehmen. Der „Heimbürge“ kontrollierte die Einhaltung der Dorfordnung und galt von der Gemeinde gewählt. „JK 62-65
1291              Die Ritter von Herbsleben gewinnen zunehmend Einfluss in Gebesee, Ringleben und weiteren Dörfern in der Gera-Aue. Stammvater war Hugo von Herbsleben. Einer seiner Söhne war Albert von Herbsleben.
1246               kam Albert von Herbsleben nach Gebesee, wo er im Dienst des Hersfelder Abtes Oberburgmann wurde. Sein Sohn Heinrich I. folgte ihm nach und führte die Verwaltung der Ländereien weiter. Das Rittergeschlecht war bis 1407 in Gebesee präsent.“JK 63-65

Gebesee’r Persönlichkeiten:
 – 1246  Ritter Albert von Herbsleben und Gebesee JK 73
 – 1295 
Jutta von Gebesee und Schlotheim, Frau von Ritter Albert lebte nach dessen Tod im Jenenser Dominikanerkloster
 – 1286   
Otto von Gebesee Kanoniker an der Erfurter Severi-Kirche
 – 1289   
Heinrich von Gebesee, Kanoniker am Marienstift Erfurt, Ehefrau Gertrud“ JK73
 – 1294   
Ernst von Gebesee, Schultheiß,“ JK 72
 – 1313   Magister Giselher von Gebesee und Herbsleben, Kanoniker am Marienstift Erfurt.“ JK 74
 – 1318    Ritter Eck
enbrecht v. Gebesee, Burgmann.“ JK 63
 – 1339    Richard von Gebesee, Domherr  in Würzburg.“ JK 63

3.7 Gebesee im HRR der Luxemburger und Wittelsbacher 1308 – 1437

Heinrich VII. Statue im Dom zu Pisa von Tino di Camaino

„Die Epoche der deutschen Kaiserzeit von 900 bis 1250 wurde von der Geschichte als Goldenes Zeitalter beschrieben, denn das deutsche Kaiserreich der Ottonen, Salier und Staufer hatte die Vorrangstellung in Europa inne und übertraf die anderen Reiche an Größe, Glanz und Macht. Die deutsche Herrschaftsform  war die Wahlmonarchie, 7 Kurfürsten wählten den König. Nach dem Tod von Albrecht I. von Habsburg wählten die Kurfürsten Heinrich VII. von Luxemburg zum röm. deutschen König. Heinrich verstarb während des Italienfeldzuges gegen den König von Neapel 1313    an Malaria. Im folgte die römisch deutschen König aus dem bayrischen Hause der Wittelsbacher bis zum Jahr 1438, in diesem Jahr wurde der Habsburger Albrecht II. zum röm. deut. König gekrönt.
Mehr als 300 Jahre währte die Herrschaft der Habsburger im deutschsprachigen Raum. Mit der Gründung des Reinbundes, auf Initiative Napoleons endete im Jahre 1806 die Zeit des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Der letzte Herrscher des HRR Franz I. von Habsburg verblieb nach dessen Auflösung  aber den Österreichern als König erhalten. “ Wiki

Frühmittelalterliches Dorf,

3.7.1.  Landesherrschaft  der Wettiner  von 1298  bis 1486: 
Die zum Hochadel gehörenden Wettiner  stellten zahlreiche Markgrafen von Meißen, Landgrafen von Thüringen sowie Herzöge und Kurfürsten von Sachsen. 

  • 1215 -1288 Heinrich III, der Erlauchte, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen
  • 1289–1314 Albrecht II. der Entartete, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen
  • 1214–1323 Friedrich I. der Freidige, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen
  • 1323–1349 Friedrich II. der Ernsthafte, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen
  • 1349–1381 Friedrich III. der Strenge, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen
  • 1381–1406 Balthasar, Markgraf von Meißen  Landgraf von Thüringen
  • 1406-1440- Friedrich IV., der Friedfertige,  Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen.
  • 1407-1428 Friedrich IV. der Streitbare, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen. Mit Verleihung der Kurwürde 1423 wird er Herzog Friedrich I. genannt.
  • 1440–1445 Friedrich II.   der Sanftmütige, Kurfürst von Sachsen,   Landgraf von Thüringen.
  • 1445–1482 Wilhelm III. der Tapfere, Landgraf von Thüringen. Wilhelm war der letzte Wettiner, unter dem die Landgrafschaft Thüringen ein selbstständiges Herrschaftsgebiet war. Da er keine Söhne hinterließ, fielen seine Besitzungen an seine Neffen Ernst und Albrecht.
  • 1485 teilte sich Kursachsen in das Herzogtum Sachsen (Herzog Ernst=Ernestiner) und Kurfürstentum Sachsen (Kurfürst Albrecht = Albertiner) auf. Ernst übernahm dabei vor allem die Landgrafschaft Thüringen und das Herzogtum Sachsen-Wittenberg (Leipziger Teilung)
  • Ein schmaler Landesstreifen zwischen Langensalza, Gebesee, Weißensee und Weißenfels verblieb im Kurfürstentum Sachsen (Albertiner).

Die Dorfwerdung von Gebesee.
 –  Zuerst bildet sich der Ortskern im Nordwesten um den Klosterhof und die Burg heraus, hier stand auch die älteste Kirche. Mit dem Bau der Marktkirche und dem Marktplatz bildete sich ein zweiter Ortskern, der Anfangs mit einem breiten Weg verbunden war. Entlang des Weges entstanden Häuser und Gehöfte.  Später kamen die Hintergasse (Mühlstr.) und  Mittelgasse  (Mittelstr. ) hinzu.  So entwickelte sich Gebesee zu einem Straßendorf und nicht wie andere Gemeinden (Ringleben, Andisleben…) zu einem Haufendorf.
              Der Verdorfungsprozess begann im 11. Jh. und kann im 14. Jh. als abgeschlossen gelten.
Es bildete sich die typische Dreiheit von Haus, Hof und Garten aus, die wir auch heute noch vorfinden.
Die Äcker in der Flur wurden in der Abfolge der Dreifelderwirtschaft >Sommer-, Winterfrucht, Brache und Allmende < bewirtschaftet. JK 63

Eine Urkunde aus dem Jahre 1373 bezeugt die älteste Erwähnung des Ortes Gebesee, unter Aufsicht des Abtes von Hersfeld wurden die Flurgrenzen zwischen Gebesee und Schwerstedt festgeschrieben.“ LB 13.
– Entwicklung der dörflichen Rechtsnormen
Anfangs durch mündliche Vereinbarungen, später durch eine Dorfsatzung zur Kontrolle der Flur und Überwachung der dörflichen Gemeinschaftseinrichtungen, Schmiede, Schenke, Badestube,… Die Gemeindeversammlung beschloss die Satzung rechtskräftig. Zur Gemeindeversammlung wurden nur die Hofinhaber zugelassen. Ein Heimbürge kontrollierte die Einhaltung. Der Burgherr bzw. der von ihm beauftragte Schultheiß hatten bei der Wahl des Heimbürgen ein gewichtiges Wort mitzureden. JK 63
1436 erließ der Landgraf Friedrich der IV. für Herbsleben und Gebesee eine gleiche Dorfordnung. JK 145 Dorfverfassung
 – Entstehung von Amtsbezirken
Die Landgrafen teilten ihre Länder in Amtsbetirke. Kernpunkt eines Amtsbezirkes war eine Burg, wie sie Gebesee eine hatte, sie war Sitz des Amtsmannes. Das Torbogenhaus des Gebesser Schlosses wird auch als Amtshaus bezeichnet. Am Sitz des Amtmannes war Militär stationiert.  Der Wettiner Landgraf Friedrich III. der Mark Meißen, Osterland und Thüringen verfasst 1349/50 eine Landesverordnung auf hohem Niveau. JK 136 
-Entwicklung des Steuersystems
Eine allgemeine Landsteuer auf Grund- und Boden, Haus und Hof wird eingeführt. Dies Grund- und Vermögenssteuer ist als Bede (=Bittsteuer) oder Hufeschoss bekannt. Diese Steuer in ihrer Form wurde erst im 19. Jh. wieder abgeschafft.
Die Erhöhung der Bede musste mit der Stadt, dem Adel und der Geistlichkeit abgestimmt werden, daraus entwickelte sich die Städteversammlung. JK 137
Geplanter städtischer Aufbau von Gebesee
Landgraf Friedrich III, beabsichtigte um 1366 den Ausbau der Orte Gebesee und Berka zu Städten. Kaiser Karl IV. sollte um die Verleihung des Stadtrechtes gebeten werden. Der Antrag blieb in der Verwaltung liege.  JK138

1375     „trafen bei Gebesee die Ritterheere der Grafschaften Stollberg, Waldeck, Hohenstein, des Hzg. v. Braunschweig sowie weiterer Grafschaften auf das Heer des Landgrafen Balthasar von Thüringen.  Den mainzischen Verbündeten wäre die Einnahme des Ortes und der Burg geglückt, wenn nicht Balthasar den Gebeseer Verteidigern zu Hilfe gekommen wäre. Die Erfurter flohen zurück in ihre Stadt. Beim Abzug steckten die mainzischen Truppen und ihre Verbündeten die Bonifatius/(Katharienkirche) in Brand.“ LB 13
Der Landgraf  soll anschließend 16 Wochen die Stadt Erfurt belagert und dabei das umliegende Land verwüstet haben. Der Streit entzündete sich an der Besetzung des Erzbischof Stuhls in Mainz.JK 140
1300 -1400    „ ist die Zeit der Burgmannen (Ritterstand), die die Burghut über die Feste  „Bärenstein“ ausübten. Die ständige Burgbesatzung stellten die Burgknechte. Albert von Herbsleben war 1246 ein von Hersfeld eingesetzter Oberburgmann.“ JK 70, 139
„Der Berliner Archäologe Paul Grimm entdeckte noch Reste eines Befestigungsgrabens der Feste in Richtung Westen.“ JK 70  Der Bärenstein könnte, wegen der über Jahrhunderte reichenden Verbindung zu derer von Herbsleben, baulich vergleichbar mit der Burg in Herbsleben  gewesen sein.
1410 errichtet Landgraf Friedrich IV. eine neue Burg in Gebesee, in der selben Zeit erfolgte der Ausbau Weimar’s als Residenzstadt. JK 143
1433/34 Große Teuerung. JK 150. Mit dem Winter 1431 begann ein grausames Jahrzehnt: Hunger, Krankheiten und Kriege entvölkerten Europa. Die Ursache: eine erstaunliche Witterung.
1440 stirbt der letzte Wettinische Landgraf von Thüringen, Friedrich IV. auf der Runneburg in Weißensee. In Reinhardsbrunn wurde er an der Seite seiner Gemahlin beigesetzt. JK 150
Herzog Wilhelm III. und sein Bruder Kurfürst Friedrich II. übten als erste die Regentschaft über Thüringen aus. JK 153
1445 kommt es mit der Altenburger Teilung zur ersten Zergliederung des Landes.  
Wilhelm III.  erhielt im Wesentlichen die hoch verschuldete Landgrafschaft Thüringen und die fränkischen Besitzungen. Es kommt zum Bruderkrieg, der mit dem Naumburger Frieden 1451 beendet wird. Ein Nachspiel des sächsischen Bruderkrieges war der Sächsische Prinzenraub im Juli 1455.
Weimar wird um 1443 Wilhelms III. ständiger Hauptsitz.
Die Schulden drückten die adligen Herren der Landgrafschaft sehr, weswegen in den folgenden Jahren Schloss und Ort oft verpfändet wurde. 1448 z.B. an reiche Erfurt Patrizier. In den Pfandbriefen war meist ein Wiederkaufsrecht des Landgrafen enthalten. Der Pfandbriefbesitzer kassierte die Steuern und Abgaben der Bauern. Das Land verblieb beim Landgrafen.
Die Gebesee’r hatten oft das Nachsehen, denn der Wechsel der Rechtssystem war belastend. „Für die reichen Städter war der Landbesitz eine stabile Einnahmequelle. 787 Silbermark kostete Gebesee incl. Ländereien damals. Die Stadt Erfurt hatte im 15. Jh. ein großes Territorium mit 80 Dörfern, Burgen, Schlössern  und der Stadt Sömmerda käuflich erworben. “ JK 158. Der herzogliche Landgraf Wilhelm III. residierte in Weimar, in seiner Rechtsordnung regelte er eindeutig die Zuständigkeiten der weltlichen und kirchlichen Gerichte. Gerichtliche Auseinandersetzungen waren  an der Tagesordnung, auch in Gebesee.“ JK161,162.
Herzog Wilhelm III. , der Tapfere,  stirbt 1482 in Weimar, er war der letzte Wettiner, unter dem die Landgrafschaft Thüringen ein selbstständiges Herrschaftsgebiet war.  Da er keine Söhne hinterließ, fielen seine Besitzungen an seine Neffen Ernst und Albrecht.
Gebeseer Persönlichkeiten: 
 – 1323    Hugo von Monra, Vogt in Gebesee 
 – 1329    Otto von Fahner  Vogt in Gebesee
 – 1341    Conrad Sterre, ,Vogt in Gebesee, besoldeter Amtsvogt des Klosters Gebesee
 – 1372    Ritter Johann von Gebesee und sein Bruder Dietrich von Gebesee, Teil-Besitzer des Schlosses. Der Rest gehörte Tilo von Toba
 – 1379    Dietrich von Witzleben, Amtsvogt in Gebesee im Auftrag von Landgraf Friedrich des Strengen.
 – 1407    Ritter Hans von Gebesee und Frau Else besaßen u.a. das Schankrecht.
 – 1407    Ritter Heinrich III. von Gebesee sein Bruder Johann zu Gebesee, der Legende nach der Spielsucht verfallen, verarmt musste die ehem. Herblebener Ritter Burg und Gut Gebesee aufgeben. JK 69, 136, 131
1438     Pfarrer Carl Rappert, Anhänger der Reformation, reiste im Auftrag des Landgrafen Wilhelm II. zum Konzil nach Basel„. JK 136
1449   Anna von Gebesee wurde Äbtissin des Klosters zu Kapellendorf.  LB
1456     Amtsleute Heinrich und Berlt von Schetzel, besaßen mehrere FreigüterJK 156
1459    Amtmann Christian von Hain 
1460    Ritter Herbert von Marite
1463    Friedrich von Witzleben
1471    Luitger von der Sal   “ JK 136

3.8. Gebesee im HRR der Habsburger 1443- 1740

 Die Herausbildung der Habsburgermonarchie begann Ende des 13. Jahrhunderts, nachdem 1273 Rudolf I. als erster Vertreter seiner Dynastie zum Römisch deutschen König gewählt wurde und er 1278 mit dem Herzogtum Österreich eine bedeutende Hausmacht gewinnen konnte. Das Herrschaftsgebiet, das seine Nachkommen in den kommenden Jahrhunderten, sowohl durch Erbschaft als auch durch Eroberungen zusammenbrachten, bestand im Kern aus den habsburgischen Erblanden, den Ländern der böhmischen und der ungarischen Krone, einem Großteil der ehemals burgundischen Niederlande und Teilen Italiens wie den Herzogtümern Mailand und Toskana. Im 16. und 17. Jahrhundert, seit der Herrschaft Karls V., waren auch das Königreich Spanien mitsamt seinem Kolonialreich und dem Königreich Neapel sowie zeitweilig auch Portugal und seine Überseebesitzungen Bestandteile des Habsburgerreichs. “ Wiki-Links

Die Habsburger Könige und Kaiser des Heiligen Römischer Reiches:

 3.8.1 Die Landesherrschaft der sächsischen Herzöge 1443 – 1815 .

Nach der Leipziger Teilung 1485 gehört, Gotha, Coburg,.. zur Ernestinischen Linie der Wettiner. Erfurt und das Umland zum Erzbischofftum Mainz und Gebesee, Langensalza, Herbsleben, Weißensee zur Albertinischen Linie der Wettiner s. Karte
 Die Leipziger Teilung gilt als die folgenschwerste Fehlentscheidung der sächsischen Geschichte. Langfristig ermöglichte die Schwächung des sächsischen Fürstentums den Aufstieg Brandenburg-Preußens zur Hegemonialmacht.“ Wiki-Links

Die albertinische-wettinischen sächsischen Herzöge und Fürsten:

  • 1443 – 1500 Albrecht „der Beherzte“ (1. Albertinischer Herzog), Residenzstadt Dresden, Obergerichtshof Leipzig
  • 1500–1539 Georg „der Bärtige“       Gegner des Protestantismus.
  • 1539–1541 Heinrich „der Fromme“ Bruder Georgs des Bärtigen. Trat zum Protestantismus über.
  • 1541–1547 Moritz  Stellte sich trotz seines Protestantischen Glaubens im Schmalkaldischen Krieg auf die Seite von Kaiser Karl V. Wegen seines eigennützigen Verrats an der protestantischen Sache auch „Judas von Meißen“ genannt.
  • 1553–1586 August I.  Bruder von Moritz. Bekämpfte den Calvinismus. Unter seiner Herrschaft erlebte Sachsen eine wirtschaftliche und soziale Blüte. Prototyp des fürsorglichen Landesfürsten („Vater August“).
  • 1586–1591 Christian I. Die bereits unter seinem Vater August begonnene Vermessung Kursachsens wird während seiner Herrschaft abgeschlossen.
  • 1591–1611 Christian II.  Kam bereits im Kindesalter auf den Thron und stand daher bis 1601 unter Vormundschaft des Herzogs Friedrich Wilhelm von Sachsen-Weimar.
  • 1611–1656 Johann Georg I.       Bruder von Christian II. Während des Dreißigjährigen Krieges verhielt er sich zunächst neutral, verbündete sich dann aber mit den Schweden und nach dem Tod Gustav Adolfs mit Kaiser Ferdinand II. Auf Grund seiner Jagdleidenschaft und seines groben Wesens „Bären-Georg“ genannt. Testamentarisch ließ er die Abspaltung eigener Herrschaftsgebiete für seine nachgeborenen Söhne verfügen (siehe hierzu die Herzogtümer Sachsen-Weißenfels, Sachsen-Merseburg und Sachsen-Zeitz).
  • 1656–1680 Johann Georg II.  Widmete sich dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Sachsens nach dem Dreißigjährigen Krieg.
  • 1680–1691 Johann Georg III.  Führte in Sachsen ein stehendes Heer ein, daher auch „der Sächsische Mars“ genannt.
  • 1691–1694 Johann Georg IV.  Starb nach nur drei Jahren Herrschaft an den Blattern.
  •  

3.8.2. Gebesee zu Zeiten der sächsischen Albertiner 1486 – 1591
 um 
1567
  erweitert Hans von Germar den Hauptbau des Schlosses.  durch zwei Seitenflügel rechts und links des Schlosses, die nach Süden offen waren. Zusätzliche Frondienste wurden geleistet, die nicht ohne Widerspruch hingenommen wurden.
1598 verweigerte sich die Gemeinde  den Burgfron für den Bau der Mauer im Garten des Schlosse zu verrichten. Es kam zu Auseinandersetzungen Hans Wilhelm von Kerstlingerrode. Oft mussten die Anspann- und Frondienste in der Bestell- und Erntezeit verrichtet werden, was den Unmut der Bauern hervorrief.
Um 1500 wurde ein Mühlgraben ausgehoben. Das Wasser wurde am Wehrgarten von Gera abgeschlagen. JK 165.
1503 befreite der liebe Herzog Georg die Gebesee’r von Holzfuhren für das Schloss auf 6 Jahre. JK 165
1508 drückten den Herzog Geldsorgen. Wiederkäuflich überließ er bis 1520 Gebesee für 9.000 Gulden dem Kloster Pforta“ JK 165
1515 Der Abt des Kloster Pforta, Johann Kahl, raubt die Klosterkasse. Oft hielt er sich in Gebesee und auf den Klosterhof Henschleben-Vera auf. Seiner Gebesee’r Konkubine und den gemeinsamen Kindern kauft er ein Haus in Naumburg, wo er auch das Geld verbrachte. Als die Sache aufflog, kam es zum Eklat mit dem Herzog. Der Abt Johann wurde entlassen.“ JK 171
1519 Kurz nachdem der Herzog Gebesee von Pforta zurückgekauft hatte, konnte sich Adam von Beichlingen als neuer Besitzer schätzen. JK 166

3.8.2.1. Reformation und Bauernkrieg
1517
Martin Luther schlägt seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg.
1555 predigt der erste bekannt lutherische Pfarrer, Magister Nicolaus Erich, in Gebesee.

3.8.2.2. Der Deutsche Bauernkrieg 1524/25
Entscheidend für den Bauernkrieg, war die wirtschaftliche Not, das soziales Elend, das Unrecht der Grund-, Leib- und Gerichtsherren und nicht zuletzt Missstände in Adel und Klerus, die zum Aufstand führten. Die Bauern trugen die Hauptlast zur Aufrechterhaltung der Feudalgesellschaft: Fürsten, Adel, Beamte, Patrizier und der Klerus lebten von deren Arbeitskraft, und da die Zahl der Nutznießer immer weiter anstieg, stiegen auch die Abgaben, die die Bauern zu leisten hatten. Neben dem Großzehnt und dem Kleinzehnt auf die meisten ihrer erwirtschafteten Einkünfte und Erträge zahlten sie SteuernZölle und Zinsen und waren häufig ihren Grundherren zu Fron- und Spanndiensten verpflichtet.“ Wiki-Links.

1557 ging Gebesee in den Besitz von Bartholomäus Friedrich von Beichlingen über. Die von Beichlingen bewohnten das Schloß und Bartholomäus ist in der Gruft der Laurentiuskirche 1567 beigesetzt, Die Heirat mit Gräfin Seraphie von Oettingen blieb kinderlos.
Ohne Nachkommen derer von Beichlingen fiel Gebesee, Ort und Schloss, in den landesherrlichen Besitz der Albertiner zurück.“ Wiki-links

3.8.2.3. Dreißigjährige Krieg 1618- 1648
Im Dreißigjährige Krieg  entlud sich der Konflikt um die Hegemonie im Heiligen Römischen Reich und in Europa, Er begann als Religionskrieg und endete in einem  Territorialkrieg. In diesem Krieg entluden sich auf der Reichsebene die Gegensätze zwischen dem   habsburgisch-französische  Kaiser und der Katholischen Liga einerseits und der Protestantischen Union andererseits.
–  Der Westfälische Friede setzte dem Krieg im Jahr 1648 ein Ende und bildete die Basis für den künftigen Grundkonsens im Reich bis zu seinem Ende.
Wirtschaft und Bevölkerungsentwicklung litten besonders unter den Klimaverschlechterungen der kleinen Eiszeit. Die folgenden Ernteausfälle sowie Kriege und regelmäßige Pestwellen, die jedoch regional beschränkt blieben, reduzierten die Bevölkerung und die Wirtschaftsleistung. Wiki-Links

 Gebesee’r Persönlichkeiten:

1499     Ortsansässige Bauern > Klaus Winzer, Hans Landmann, Hans Lun, Kurt Haun, Ticzel Liebeck, Heinrich Jakob<“ JK 136
1550    Hans von GermarLandkomtur der Deutschordensballei Thüringen, auf der Kommende Nägelstedt, einer der Ersten zum lutherischen Glauben übergegangenen Ordenskomture.
1507    Kunz und Conrad von Rudolf, Amtmann von Gebesee und Herbsleben., Sedelhofbesitzer, niedriger Landadel, JK 164
1598    Hans Wilhelm von Kerstlingerrode  gest.1603 in Heilgenstadt
Aus Gebesee kamen mehrere Pfarrer.
1663   Johann Krauspe, Pfarrer in Kranichborn
1731   Johann Heinrich Brabandt, Pfarrer in Nöda 
1751    Dr. med Johann, Christian Braband , Arzt in Buttelstedt
1555    Michael Linsebart Pfarrer in Gamstedt oder Günstedt.
1627    Nikolaus Wandsleb, Pfarrer in Gierstedt und später Herbsleben.
1632   Johann Ernst Werner, Lehrer am Ratsgymnasium Erfurt, später Schuldirektor in Frankenhausen. 
1692    Friedeman Wiegleb, Pfarrer in Andisleben“ JK 77

3.9. Gebesee im HRR der Habsburg Lothringer 1745-1805

Die Habsburg-Lothringischen Könige und Kaiser des Heiligen Römischer Reiches:

 3.9.1 Die Landesherrschaft der sächsischen Herzöge

  • 1694–1733 Friedrich August I., „der Starke“     Bruder von Johann Georg IV. Als August II. 1697-1704 und 1709-1733 König von Polen und Großherzog von Litauen. Dresden und Warschau erlebten unter seiner Herrschaft ihre kulturelle und architektonische Blüte.
  • 1733–1763 Friedrich August II. Als August III.   ebenfalls König von Polen und Großherzog von Litauen. Die Niederlage gegen Preußen im Siebenjährigen Krieg stürzte Sachsen in den finanziellen Ruin.
  • 1763 Friedrich Christian                                         Starb nach nur 74 Tagen Herrschaft an den Blattern.
  • 1763–1806 Friedrich August III., „der Gerechte“  kam bereits im Kindesalter auf den Thron. Bis zum Erreichen der Volljährigkeit im Jahre 1768 fungierte daher sein Onkel Prinz Franz Xaver als vormundschaftlicher Administrator. Seine Mutter Kurfürstinwitwe und -mutter Maria Antonia Walpurgis war ebenfalls in das Regierungshandeln involviert. Er verzichtete später auf die polnische Krone und beteiligte sich zunächst weder am Reichsdeputationshauptschluss noch an der Gründung des Rheinbundes.
  • Napoleon erhob das auf seiner Seite stehende Kurfürstentum Sachsen 1806 zum Königreich.
    Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

Siebenjährige Krieg  1756-1763
Er endete im Februar 1763, als die beteiligten Staaten die Friedensverträge von Paris und von Hubertusburg abschlossen. Als Ergebnis stieg Preußen zur fünften europäischen Großmacht auf.
In Preußen wurde der Siebenjährige als dritter Schlesischer Krieg gesehen, da die primären Ziele des Landes die Selbstbehauptung und die Sicherung der in den 1740er Jahren eroberten schlesischen Gebiete waren.

Französische Revolution 1789 – 1799
Die Abschaffung des feudalabsolutistischen Ständestaats sowie die Propagierung und Umsetzung grundlegender Werte und Ideen der Aufklärung als Ziele der Französischen Revolution – das betrifft insbesondere die Menschenrechte – waren mit ursächlich für tiefgreifende macht- und gesellschaftspolitische Veränderungen in ganz Europa und haben das moderne Demokratieverständnis entscheidend beeinflusst.

1805- 1814 Napoleon
Erstes Kaiserreich (französischPremier Empire) ist eine von Historikern verwendete Bezeichnung für die Periode von 1804 bis 1814 und 1815 in der Geschichte Frankreichs
Die Monarchie entstand durch die am 18. Mai 1804 vom Senat fertiggestellte Verfassung des Ersten Französischen Kaiserreiches, die im November durch eine Volksabstimmung bestätigt wurde. Am 2. Dezember 1804 folgte die Kaiserkrönung Napoleons I. in der Kathedrale Notre-Dame de Paris.
Die Zeit des Kaiserreichs war durch militärische Siege der Grande Armée in den zahlreichen Koalitionskriegen gegen ÖsterreichPreußenRusslandPortugal und deren verbündete Nationen, die beginnende Industrialisierung sowie durch soziale Reformen geprägt. Wirtschaftlich wandte sich das Land zu einer frühen Industrienation und nach Großbritannien zur führenden Wirtschaftsmacht Europas zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Wiki-Links

Ereignisse und geschichtliche Verläufe in Thüringen und Gebesee nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

 

 

 

 

 

Gebesee’r Persönlichkeiten:

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99189 Gebesee
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F.: 036201 – 58033

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