Erfassung der bauliche Kulturobjekte in Gebesee

Landstädtchen Gebesee

Gebesee ist eine Landstadt im Landkreis Sömmerda in Thüringen (Deutschland). Gebesee ist Mitglied und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gera-AueDie Stadt liegt im fruchtbaren Thüringer Becken, etwa 18 Kilometer nördlich von Erfurt. Im Tal der Gera und Unstrut siedelten seit mehreren tausenden Jahren Menschen. Erste Nachweise gibt es ab 731 über eine Kapelle auf den Catharinenberg (heute Klausberg).1638 soll Gebesee die Stadtrechte erhalten haben. Im Jahre 2021 lebten im Ackerbürgerstädtchen Gebesee 2.105 Einwohner.  
Im Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege sind im Denkmalbuch aktuell die folgenden Gebeseer Kulturdenkmale verzeichnet:

Stadtmauer

Stadtmauer-Torwand

Die Stadtmauer am Obertor (Kreuzung Gartenstr./Ringleber Str.). Die Gasse entlang der  historischen Stadtmauer nennt man Torwand, sie führt parallel zur Ringlebener Straße kreuzt die Mittelstraße  und führte durch die Gärten der  Trifftstraße bis zum Untertor am Ende der Bahnstraße. Die Mittelstraße mit dem Mitteltor stellte einen weiteren Zugang zur Stadt dar. Der westliche Teil entlang der Nordhäuser Str. ist noch gut erhalten. Vom Obertor führte die Stadtmauer entlang der B4 (Nordhäuser Str. ) bis zur ehemaligen Mahlgera. Die weiterführende Schlossmauer sicherte die Stadt nach Norden vor unliebsamen Gästen ab.
***Im Denkmalbuch des Landes Thüringen als geschütztes Denkmal verzeichnet.

Denkmal an der B4

Denkmal an der B4

Das Denkmal an der Bundesstraße 4 ist ein Mahnmal gegen die Folgen des ungezügelten Militarismus und jeglicher  Gewaltherrschaft. Die Gedächtnisanlage wurde zu Ehren der 99 im I. Weltkrieg gefallenen und vermissten Gebesee’r 
Im I. Weltkrieg verloren mehr als 2 Mio. Deutsche ihr Leben, im II. Weltkrieg stieg die Opferzahl auf über 6 Mio. das waren ca. 9% der Bevölkerung. 
Nach der deutschen Einheit wurde eine >Gedenkplatte für die Opfer jeglicher Gewaltherrschaft< angebracht. Am Volkstrauertag wird jeden Jahres der Toten gedacht,
Kränze und Blumen werden niedergelegt, oft auch unter Teilnahme des Sömmerdaer Landrates. 
Das Denkmal wurde 
1920 feierlich eingeweiht. Die Kosten beliefen sich auf 50.000 Mark. Die Mittel wurden durch Spenden der Gebesee’r aufgebracht.
Der Zustand ist sehr sanierungsbedürftig.

Friedhofsmauer

Friedhofsmauer

Bis zum Jahr 1602 dahin befand sich der Friedhof neben der Laurentiuskirche. Die Pest und weitere hygienische Gründe führten zur Verlegung vor die Tore der Stadt. Hochgestellte Travertin-Steinplatten umfassten den gesamten Friedhof.“ JK 102
Die gleiche Art der Umfriedung des Geländes besitzt auch der Friedhof in Herbsleben, was auf die enge Verbindung der Herbsleben ‘er und Gebesee’r Herrschaft hinweist. Die Steinplatten könnten aus den Travertine-Steinbrüchen von Langensalza stammen. Nach Oskar Gründler könnte es bei den Platten um Tonnaer Kalktuff handeln.“ OG 69.
Im Gegensatz zu Herbsleben befindet sich der Rest der Mauer in einem schlechten Zustand. Die Fertigung und der Transport der Platten stellte für das späte Mittelalter eine große Herausforderung dar und sollte als Baudenkmal wegen seiner Einmaligkeit erhalten bleiben. 
***Im Denkmalbuch des Landes Thüringen als geschütztes Denkmal verzeichnet.
Die Erweiterung des Friedhofes erfolgte in den Jahren 1867 und 1914.

Katharinenkirche (kleine Kirche)

Katharinenkirche

Die Katharinenkirche befindet sich am Schloss, sie trägt den Namen der Schutzpatronin St. Katharina.
„Die Kirche wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts gebaut. Die Kirche entspricht dem Typ Saal-Chorturm-Apsis. Das romanische Mauerwerk ist weitgehend erhalten. Romanisch sind vorallem die runden Torbögen am Eingang. Auf dem romanischen Tonnengewölbe wurde um 1600 der sandsteingequaderte Kirchturm errichtet. Romanisch sind auch die Schallöffnungen am Spitzturm. Die Glocke soll um 1300 gegossen worden sein. Die Kirche war mehrfach durch Brände stark geschädigt, wurde aber immer wieder aufgebaut. Im 17. JH. war sie die Hauskirche derer von Rahna, die Logen sind noch vorhanden. Die Barocke Kanzel ist noch erhalten. Die erhaltenen Emporen schmücken biblische Geschichten. „JK 82.
1990 wurde die Außenhülle der Kirche für 1,3 Mio. DM restauriert.“ CdSG 88. Der Innenbereich bedarf einer dringenden Sanierung um die unwiederbringlichen Werte zu erhalten.
***Im Denkmalbuch des Landes Thüringen als geschütztes Denkmal verzeichnet.

Litfaßsäule vor der Katharienkirche

Litfaßsäulen gibt es seit 1854. Der Berliner Erfinder Ernst Litfaß wollte damit das Plakatieren von Häuserwänden reduzieren. In Berlin wurden 50 Säulen unter Denkmalschutz gestellt.
In Gebesee wurde 1928 vier Säulen aufgestellt. Am Markt, am Denkmal an der B 4, der Mittelstr. und vor der Katharinenkirche. Im Bestand ist noch das attraktive Bauwerk vor der Katharinenkirche, das hat für unsere Stadt etwas Einmaliges und sollte erhalten werden. Nach der Sanierung könnte sie als Stadt- und Vereinssäule einer Wiedernutzung zugeführt werden

Laurentiuskirche (große Kirche)

Laurentiuskirche

Die evangelische Kirche  des heiligen   Laurentius im Ackerbürgerstädtchen Gebesee, Landkreis Sömmerda, in Thüringen in der Unstrutniederung steht zentral am historischen Markt. Sie gehört zum Pfarrbereich Gebesee im Kirchenkreis Erfurt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die stattliche gotische Kleinstadtkirche aus der Zeit von 1406 bis 1456 ragt über die städtischen Wohngebäude hinaus. Die Kirche unterlag in den letzten 300 Jahren wesentlichen Veränderungen. Das kirchliche Gemeindeleben ist aktiv und vielseitig. Die Pfarrei gehört zum Kirchenkreis Erfurt und betreut die Kirchgemeinden Gebesee, Ringleben und Andisleben. St. Laurentius ist der Schutzpatron und Vorbild des Gebeseer Stadtwappens. 
***Im Denkmalbuch des Landes Thüringen als geschütztes Denkmal verzeichnet.

Hartung Orgel in der Laurentiuskirche

Hartung Orgel

Die Haupt-Orgel in ihrem reich verzierten Gehäuse ist ein Werk von Johann Michael Hartung aus dem Jahr 1728 mit ursprünglich 20 (später 18) Registern auf zwei Manualen und Pedal. Die Pfeifen stehen auf rein mechanische Schleifladen.
Das Instrument, zum großen Teil noch im ursprünglichen Zustand, ist seit vielen Jahren unspielbar. 1960 wurde das gesamte Pfeifenwerk um zwei Töne verschoben. Im Sommer 2019 begannen Vorbereitungen für eine Restaurierung, es gibt ein Konzept sowie die Aussicht auf Finanzierung. Als Restaurierungsziel ist der Zustand vor 1869 vorgesehen. Im Jahr 2028 soll die Orgel wieder spielbar sein.“ Wikipedia.
Aktuell laufen Spendenaktionen und Benefizkonzerte zur Finanzierung der Orgel-Restaurierung.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert den Wiederaufbau. Örtlicher Hauptakteur ist Herr Georg Steiger

Friedhofskapelle

Friedhofskapelle

Die Friedhofskapelle wurde im Jahre 1883 errichtet.  Sie war die Begräbnisstätte der Familie von Brincken . In der Nordwestecke steht die Leichenhalle.
Die Gebesee’r nutzen die Kapelle für Trauerfeiern. Die Anlage wird auf Verschleiß gefahren. Viele klassizistische Bauelemente, wie der geschmiedete Eisenzaun sind nicht mehr vorhanden. Die Decke der Gruft wird statisch gestützt . Artefakte, wie Säulen und Sandsteintafeln sind der Verwitterung ausgesetzt.
***Im Denkmalbuch des Landes Thüringen als geschütztes Denkmal verzeichnet.

Nicht zu vergessen die Kriegsgräber auf dem Friedhof 

Denkmal zum Gedächtnis an den Befreiungskrieg 1813 und die deutschen Einigungskriege

Denkmal an die Befreiungs- u. Einigungskriege

Das martialisch wirkende Denkmal am Markt
erinnert an das Ende der napoleonischen Fremdherrschaft im Jahre 1813 und an die 3 deutschen Einigungskriege,
-den Deutsch-Dänischen Krieg 1864 (7.000 Tote), den Deutschen Krieg 1866 (43.000 Tote) und den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 (188.000 Tote) der in die deutsche Reichsgründung mündete.
Bei Oscar Gründler„Aus der Vergangenheit der Stadt“ sind die Kriegsteilnehmer und die Kontributionen, die die Stadt und die Bürger an die durchziehende Heere zu leisten hatte festgehalten.
zu Weitere Bilder-klicken

Rathaus

Das jetzige Rathaus ist von 1805 bis 1807  erbaut worden.
Erste Erwähnung für den Bau eines Rathauses im Jahre 1540 (Louis Bohlen).
Die ersten Rathäuser entstanden in Thüringen am Beginn des 12. Jahrhunderts mit dem Aufkommen der städtischen Selbstverwaltung. 
Heute ist es Sitz der städtischen Verwaltung

Verwaltungsgemeinschaft Gera-Aue

1994 haben sich die Gemeinden Andisleben, RinglebenWalschleben und die Stadt Gebesee zur Verwaltungsgemeinschaft Gerau-Aue zusammengeschlossen. Die Verwaltungskraft wurde gestärkt und gebündelt.

Standesamt

Das Fachwerkgebäude .beherbergt heute das Standesamt, die Bibliothek und den Kontaktbereichsdienst.
Das städtische Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte.
Es wurde auch als Schulgebäude und Kinderkrippe genutzt.

Schloss Gebesee

Um 772 wurde von Karl dem Großen hier einen K önigshof unterhalten. Im Mittelalter gab es eine Burg, die dem Landgrafen von Thüringen gehörte. Das Barockschloss wurde 1740 errichtet. 1918 übernahm das Schloss die „Stiftung deutsche Landerziehungsheime“ 1923 bis 1948/51 als Hermann-Lietz-Schule, während der DDR-Zeit als Jugendwerkhof und seit 2008 als „Internat Schloss Gebesee – Gemeinnützige GmbH“ zur Sonderschulausbildung. Zwei Jahre später wurde es durch einen örtlichen landwirtschaftlichen Betrieb übernommen, der darin Ferienwohnungen einrichtete und das Grundstück während der Erdbeersaison zur Unterbringung auswärtiger Landarbeiter nutzt.“ Wiki-Links
***Im Denkmalbuch des Landes Thüringen als geschütztes Denkmal verzeichnet.

Amts- und Torbogenhaus

Den Haupteingang zum Gebeseer Schlossgelände bildet das Torbogenhaus. Es wurde im Jahre 1740 errichtet.
Es beherbergte über 179 Jahre bis 1918 die Gutsverwaltung. In den folgenden Jahre behielt es Verwaltungs- und Internatsaufgaben unter wechselnden Besitzern.
***Im Denkmalbuch des Landes Thüringen als geschütztes Denkmal verzeichnet.

Stadtwappen

St. Laurentius ist der Schutzpatron und Vorbild des Gebeseer Stadtwappens. Laurentius war der Verwalter des Kirchenvermögens in Rom.   Laurentius verweigerte dem römischen Kaiser Valerian die Herausgabe, er wurde daraufhin gefoltert und am 10. August 258 in Rom auf einem glühenden Rost hingerichtet. Das Kirchenvermögen hatte er vor seiner Verhaftung an die Armen und Kranken verteilt. Der 10. August ist der offizielle Gedenktag an diesen Märtyrer.“ Wiki-Link

Quellangabe:
LB (Seite); Louis Bohlen, Chronik von Gebesee, bearbeitet von Joachim Kuhles
JK (Seite); Joachim Kuhles, Gebesee-Geschichte einer Kleinstadt im Spiegel thüringischer Geschichte,
OG (Seite); Oskar Gründler, Gebesee, aus der Vergangenheit der Stadt, Verlag W. Schlothauer
PD (Seite); Peter Donat, Gebesee-Klosterhof und Königliche Reisestation des 10-12. Jahrhunderts,
Konrad Theiss Verlag-Stuttgart
CdSG (Seite); Chronik der Stadt Gebesee 1920-2000, Stadt Gebesee, Starke Druck, Sondershausen.
DDK  (Seite) Georg Johannes Kugler, Die deutschen Kaiser, Weltbild Verlag
Wiki-Link Angaben aus den mit blau gekennzeichneten Text

Gebeseer-Kulturgut e.V.

AmtsG Sömmerda/ VR: 150939

. FA Eft: 151/141/20771 .

Kontakt

99189 Gebesee
Albrecht Fischer     
F.: 036201 – 58033

Mails an:

info@gebeseer-kulturgut.de

Maps