.
.
Ende der Kaiserzeit 1918 bis zur Gegenwart

Quellen:
– Chronik der Stadt Gebesee 1920-2000, Autoren, Christa Albrecht, Karl-Heinz Rothe, Günter Böttger, Karl Frey, Walter Barnkoth, Johannes Wagner, Elisabeth Schönfeld, Karl Rauchmaul, Kürzel CG, Seite
– Wikipedia, blaue Links
Die Weimarer Republik 1918 –1933
Nachdem die Monarchen abgedankt hatten, war der Weg frei zur Gründung eines einheitlichen Staats in Thüringen. Am 1. Mai 1920 wurde daher das Land Thüringen gegründet. Es umfasste die Thüringischen Staaten, namentlich Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Gotha, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen und den Volksstaat Reuß. Der Freistaat Coburg schloss sich dem Freistaat Bayern an.
Gebeseer Geschichte 1920-1932
1920
– Der Bauern- und Arbeiterrat wird durch die gewählte Stadtverwaltung aufgelöst.
– Tierarzt Dr. Bierbach ließ sich nieder.
– Am 13. Mai fand die Empfangsfeier für die heimkehrenden Kriegsgefangenen statt.
– Denkmal zu Ehren der 99 gefallenen und vermissten Gebesee’r feierlich eingeweiht. 50.000 Reichsmark wurden gespendet.
– Lietzstiftung erhält Schloss und 75 Hektar (300 Morgen) Land.
– Infolge des Siedlergesetzes wurden 16 Siedlerstelle von 20-50 Morgen im Dachwiger Feld aufgeteilt (Ehemaliger Schlossbesitz).
1921
– Fertigstellung des Sportplatzes im Tiergarten/ Pfortwiesen. Gründung des Sportvereins.
– Viehstall des Rittergutes brennt ab. 1924 wird durch die Hermann-Lietz-Stiftung eine Turnhalle gebaut.
– Gebesee’r Notgeld wird von der Stadtverwaltung ausgegeben. Das Kleingeld ( 10, 25, 50, 75 Pfennige und 1 Mark) fehlt, da Silbermünzen gehortet werden und Rohstoffe knapp wurden.
1922
– Die im I. Weltkrieg gespendete kleine Glocke (Laurentiuskirche) und die Prospektpfeifen wurden ersetzt. Die Stadtkasse übernahm die Kosten.
– Flutbrücke über die Wilde Gera neugebaut.
– Großes Sängertreffen mit Fahnenweihe der Gebesee’r Liedertafel.
1923
– Landeserziehungsheim (Herman-Lietz) wird eingeweiht. 70 Schüler (12 aus Gebesee) aus allen Teilen Deutschlands besuchen diese Einrichtung..
– Schulbildung bis zum Vor-Abitur mit Handwerklicher Grundbildung. Die Schüler waren im Alter von 10-12 Jahren
– Hermann-Lietz-Landerziehungsheim Schloss Gebesee: Das Landerziehungsheim Schloss Gebesee wurde 1923 im Tausch gegen das Landerziehungsheim Pulvermühle in Ilsenburg von der Kupferbergwerksgesellschaft in Ilsenburg/Harz erworben. Der Unterricht wurde vom 28. April 1923 bis zur Umbenennung in „Landesinternatsschule Gebesee über Erfurt“ im Jahr 1948 bzw. bis zur Auflösung des Internats am 31. August 1951 durch die DDR-Behörden nach den Prinzipien einer Hermann-Lietz-Schule durchgeführt. Nach der DDR-Zeit wurde ab 1990 versucht, an die alten Traditionen anzuknüpfen. Die Schule heißt seit 2008 „Internat Schloss Gebesee – Gemeinnützige GmbH“.
1924
– Am 17. März brannte ein Fabrikgebäude der Zigarrenfabrik Jünemann und 3 Scheunen in der Langen Straße durch Brandstiftung.
– Die Stadt kauft das Zollhaus, es entstand die Wohnung des Bürgermeisters und 5 weiter Wohnungen.
– Nachtfröste im Juni verursachten große Ernteschäden.
1925 –
– Gebesee zählt 2.413 Einwohner.
– Eisenbetonbrücke über die Gera (Weiße Brücke -B4) errichtet.
– Am 1. April wird der KK-Schießverein gegründet.
– Die Schützenkompanie feiert ihr 125-jähriges Jubiläum.
– Die Wetterfahne v. 1834 fällt v. Turm der kleinen Kirche. Im Turmknopf werden historische Schriften gefunden.
– Starkes Hochwasser mit Wasserpegel 3,56 m am 31 Dez.
1926
– Viel Jungvieh stirbt durch Maul-und Klauenseuche.
– Der Sportplatz wird vom Tiergarten zum Schützenhaus verlegt.
– Der Kavallerieverein feiert am 9. Mai 25-jähriges Jubiläum.
– Wolkenbrüche und Hochwasser vom 4.-8. Juli. Starke Ernteverluste (400TRM). 1000 Morgen stehen unter Wasser.
– Der Turnverein feiert sein Stiftungsfest.
1927
– Der Arbeitergesangverein gestaltete ein Konzert.
– dDe Kreismeisterschaften im KK-Schießen am Weinberg und danach Tanzveranstaltung am Abend im Schützenhaus.
1928
– 1. öffentliche Telefonsprechstelle in der Siedlung
– Busverkehr zwischen Erfurt und Gebesee aufgenommen.
– Vier Litfaßsäulen mit Beleuchtung wurden an der kleinen Kirche, am Rathaus und Denkmal aufgestellt.
– Am 20. Mai Reichstagswahlen (DVP 399, DNP 170 SPD 157, KPD 145, übrige 66 Stimmen) 1449 Wahlberechtigte stimmten ab.
1929
– Verschmutzung des Schambaches (wahrscheinl. d. d. Papierfabrik Bad Tennstedt) kein Fischfang mehr möglich.
– jährliche Mückenplage, die Wände waren oft schwarz vor Insekten.
Bekämpfung durch Ausräuchern, Abbrennen, Zerstäubung von feingemahlen Insektenpulver in geschlossenen Räumen
– hohe Arbeitslosigkeit durch Welt-Weltwirtschaftskrise , Das Arbeitsamt Erfurt richtet eine Nebenstelle in Gebesee ein.
– Die Hartobstnutzung entlang der Straßen und Flecken wurde verlost.
– Die Kläranlage Erfurt und die Zuckerfabrik Walschleben verunreinigten zunehmend das Gera Wasser.
– Oberlehrer Gründler untersucht ein freigelegtes Hockergrab aus der Steinzeit am Herbslebener Weg.
1930
– Paul Drücke erhielt für seinen Hirtenhund zur Grünen Woche in Berlin den Ehrenpreis.
– Die Diakoniestation und der Frauenverein zählte 315 Mitglieder und konnte sein 25-jähriges Jubiläum feiern.
– Oberlehrer Gründler legt ein weiteres Hockergrab frei, an diesem Ort am Herbslebener Weg könnte eine steinzeitliche Siedlung gelegen haben.
– Der Herausgeber der „Gebeseer Zeitung“ Herman Fitzner feierte seinen 70. Geburtstag.
– Die Arbeitslosigkeit nimmt weiter zu.
– Möbeltischlerei Karl Schönfeld feiert 100 jähriges Firmenjubiläum.
– 1931
– Maßnahmen zur Betreuung erwerbsloser Jugendliche bis zum Alter von 21 Jahren wurden in Kraft gesetzt.
– die Winterhilfe sammelt für Arbeitslose, Arbeitsunfähige, Kranke und Alte Geldspenden, Kleidungsstücke, Wäsche und Lebensmittel.
– Die Einwohnerzahl betrug 2453 .
– Im Freiwilligen Arbeitsdienst verfüllte arbeitslose junge Männer einen stillgelegten Unstrutarm in den „Teichweiden“.
Die Stadt stellte eine warme Mahlzeit und ein kleines Entgelt.
– Auf Bezugsscheine gab es verbilligte Fleischwaren. für hilfsbedürftige Bürger.
– Fleischereien Flachsbarth, Görlach, Ziegler, Thönert und Schäfer.
– 1932
– Flussufer der Wilden Gera befestigt und Dämme erhöht von der Flutbrücke bis zur Reichsstraße.
– Das Wäldchen des Landeserziehungsheimes wird unter Naturschutz gestellt.
– Junge Männer im Alter bis 25 Jahren wurden aufgefordert sich zum Freiwilligen Arbeitsdienst zu melden. Der Wochenlohn betrug 10,50 RM.
– Die Hausbesitzer wurden verpflichtet straßenseitig Dachrinnen an ihren Häuser anzubringen.
– Ergebnis der Reichstagswahlen vom 6. November >643 NSADAP, SPD 98, KPD 202, DN 235, übrige 27 Stimmen<.
– Die Kinderspeisung erfolgt 3 x pro Woche an Kinder aus bedürftigen Familien gegen Berechtigungskarte.
Die Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945 in Thüringen
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde das Land Thüringen gleichgeschaltet und somit die eigene Landespolitik Politik faktisch aufgehoben.
Gauleiter Thüringens war Fritz Sauckel.
Während der Zeit des Nationalsozialismus bestanden neben dem 1933 kurzzeitig betriebenen KZ Nohra drei Konzentrationslager im Land: das KZ Bad Sulza von 1933 bis 1937, dessen Nachfolger, das KZ Buchenwald bei Weimar von 1937 bis 1945 und das
KZ Dora-Mittelbau bei Nordhausen von 1943 bis 1945.
Gebeseer Geschichte 1933-1945
1933
– Gebesee zählte 2.389 Einwohner
– Pfarrer Schäfer aus Neuß wurde vom Superintendenten Ehlert aus Weißensee in sein Amt eingeführt.
– Am 5. März Gemeindewahlen > NSADAP 255, Kampffront-Arbeiter und Bauern 293 Stimmen<.
– Stadtverordnete beschließen auf Initiative der NSDAP die Umbenennung von Straßen- und Plätzen. Lange Straße> Adolf-Hitler Straße.
– Am 31. Mai zerstörte ein Feuer in der Bahnstr. 7 Scheunen, das Erntegut und landwirtschaftl. Maschinen.
– Große Mäuseplage. Jeder Feldbesitzer war verpflichte Phosphorlatwerke in die aktiven Mäuselöcher auf Strohhalmen zu geben.
– Die Bewässerung der Wiesen wurde angeordnet um der Stechmückenlarven und Eier zu vernichten.
– Am 12. November waren Reichstagswahlen; 1492 Einwohner nahmen teil. Auf die NSDAP entfielen 1398 Stimmen.
1934
– Neue Feuerwehrordnung, nur arische und gesunde Männer zw. 18 und 40 Jahren durften Mitglieder werden.
– Hermann-Lietz Schule veranstaltete einen Musikabend zum „Tag der Hausmusik“.
– Die Unstrut trocknete fast aus. Der Wasserstand betrug nur noch 20 cm.
– Mißernte auf Grund der Trockenheit.
1935
– An der Unstrut/Geramündung wurde ein Freibad mit Abtrennung für Schwimmer und Nichtschwimmer eingerichtet. Ein Bahnwagen diente als Umkleide. Ein Sprungbrett und eine Zugangstreppe wurden gebaut.
– Pflasterung des Siedlungsweges durch die örtliche Firma Straßen- und Tiefbau Schütze.
– Im Pfarrhaus wird ein Gemeinderaum eingerichtet.
– Planung eines Militärflughafens zwischen Reichsstraße 4 und der Siedlung. Bürgermeister Abendroth brachte die Militärbehörde durch geschickte Verhandlungsweise vom Plan ab.
– Gründung des Wasserzweckverbandes “ Gruppenwasserwerke-Geraorte“ Vorstand Bürgermeister Abendroth.
– FFW beging 50 jähriges Bestehen.
– Der Mandolinenklub „Edelweis“ unter Leitung von Edwin Funke veranstaltete einen Liederabend im Obergasthof. Zugegen der Mandolinenclub Bad Tennstedt und die Liedertafel.
– Spende wird veranstaltet.
Unter Leitung von Kantor Neawy wird ein Bach-Händel-Schütz-Feier am Kantatensonntag durchgeführt. Die Musikgruppe des Landeserziehungsheim spielte eine Streichmusik.
– Hofrat Dr. Röse wurde an seinem 72 Geburtstag mit dem Miller-Preis für Verdienst in der Ernährungswissenschaft geehrt.
– Ferdinand Heerwagen , 90 Jahre, derzeit ältester Einwohner.
– Ehepaar Karl Busch feiert „Diamantene Hochzeit“
– Versuch einer Seidenraupenzucht mit Anlegen einer Maulbeerplantage.
– Kriegsvorbereitung mit Verdunklungsübungen. beginnen.
– Oberstudienrat Dr. Ferdinand Pfützner feiert sein 50-jährige Doktorjubiläum. Promoviert hat an der Uni Halle-Wittenberg zum Dr. phil.
1936
– Ausbau des Stallwegs (Siedlungsweges) durch die Fa. Straßen- und Tiefbau Schütze wird abgeschlossen.
40 Arbeiter fanden Beschäftigung. Bau- Kosten 136 000 RM.
– Eduard Keil, letzter Veteran der Schlacht bei Königgrätz stirbt. 1866 zog der ehemalige Ankerwirt als Freiwilliger in den Krieg.
– Im ehemaligen Brennereigebäude schafft die Hermann-Lietz-Schule 3 neue Klassenräume.
– Mit 190.000 RM wurde die Arbeitslosigkeit bekämpft. Per Dato gab es dadurch keine Arbeitslose.
– Auguste und Ferdinand Heerwagen feiern die „Eiserne Hochzeit“
– Gründung des Posaunenchor
1937
– Ein schweres Unwetter über dem Hessenberg verwandelt den Bornklingergraben in einen reisenden Bauch.
Schäden an Gebäuden und landwirtschaftlicher Fläche.
– Ein öffentliche Ratsherrensitzung beschließt die kostenlose Übernahme der Brinkenschen Begräbniskapelle.
– Fertigstellung der Wasserleitung am 30 Juni. Auf der Schwellenburg bei Walschleben und dem Hessenberg
wurden die Hochbehälter in Betrieb genommen.
– H. Bauer aus Erlangen (ehem. Gebesee’r) überlässt eine umfangreich Afrika-Sammlung der Schule
– Auf dem Dach des Schulgebäudes eine erste neue Sirene angebracht. Luft- u. Brandschutzmaßnahme wurden durchgeführt.
– Fa. Schilling aus Apolda lieferte 2 neue Glocken für die Laurentiuskirche. Im I. Weltkrieg wurden die alten Glocken geopfert.
Am 10. August erfolgte die feierl. Übergabe.
– Pfarrer Steiger wird am 22. August in sein Amt eingeführt.
– Fertigstellung der Unstrutbrücke für die Kreisstr. nach Schwerstedt. Zum Schutz vor Hochwasser, wurde sie wesentlich höher gebaut.
– Ausbau der Mittelstr. Schulstr. und Herbslebener Weg durch die Fa. Schütze.
– Wasserleitungsbau im Ort und entlang der RS 4 erfolgte durch das ortsansäßige Straßen- und Tiefbauunternehmen Schütze.
Die Wasserleitung machte die öffentlichen Brunnen überflüssig. Die Auflistung enthält die Standplätze:
- Marktbrunnen war ein besonders schöner gusseiserner Brunnen
- Plangartenbrunnen
- „Haufebrunnen“ Vor dem Haus von Schumacher Haufe, Bahnstr.
- Ringlebener Str. Oberhalb und Unterhalb der Straße
- Feuerlöschbrunnen vor ehemaligen Spittel, Schacht noch vorhanden.
- Erfurter Str. Borngasse (Mittelgasse)/Erfurter Str.
- Nordhäuser Str. Zwischen Herbslebener Weg und Trautmann’s Ecke
- Friedhofsbrunnen.
- Schulbrunnen in der Grundschule
- Brunnen in der Quergasse
- Brunnen im Brühl Brühlborn.
Viele Gehöfte hatten Hausbrunnen, die nicht immer ganz hygienisch waren, denn sie standen in der Nähe der Mist- und Jauchegruben.
Das weichere Wasser der öffentlichen Brunnen wurde bevorzug bei der Hausschlachtung, dem Waschen und für das Kochen der Hülsenfrüchte verwendet.
1938
– Gebesee hatte 2.477 Einwohner.
– Am 9. und 10. Juli feiert Gebesee sein 1.300-jähriges Orts- und 300 jähriges Stadtjubiläum. Die Ersterwähnung des Fleckens Gebesee erfolgte
im Jahre 638. Das Stadtrecht wurde 1638 verliehen. Der Legende nach soll das Stadtrecht bereits 1290 von Kaiser Rudolph verliehen worden sein,
als er die „Tretenburg“ besuchte und sie anschließend schleifen ließ.
– Im Parteienhaus in der Langen Straße fand dazu eine Heimatsausstellung statt. Gezeigt wurden neben dem Stadtsiegel aus dem Jahre 1638,
eine im Jahre 1584 hergestellte Luther Bibel, alte Truhen und Schränke, alte Waffen, wertvolle Uhren und Trachten der Bauern.
– Zur traditionelle „Spende“ im Frühjahr und zum Herbstmarkt am 26. September blieben mehr Händler aus als erwartet aus.
– Die städtische Volksbücherei wird in der Langen Straße eingerichtet.
1939
– Gebesee hatte im Oktober 2696 Einwohner..
– zur Behebung des Arbeitskräftemangels in der Landwirtschaft wurde ein Landdienstlager für Mädels (BDM) eingerichtet.
– die Zigarrenfabrik “Karl Jünemann“ beging am 1. Juni mit ihren 100 Beschäftigen ihr 75-jähriges Bestehen.
– die Ausgabe von Bezugsscheinen und Lebensmittelkarten. Ein Gesetz zur Rationierung der Lebensmittel trat in Kraft.
die ersten Einwohner bekamen den Einberufungsbefehl zur Wehrmacht. Es wurden Kraftfahrzeuge beschlagnahmt.
Am 1. September 1939 um 4:45 Uhr begann der II. Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg richtete in Thüringen vergleichsweise mäßige Schäden an. Die britischen Luftangriffe auf Nordhausen am 3. und 4. April 1945 zerstörten die Stadt fast völlig, wobei etwa 8.800 Menschen starben. Schäden durch Bombardements und Artilleriebeschuss entstanden auch in Erfurt, Gera, Jena, Weimar, Eisenach und einigen kleineren Städten und Dörfern.
1940
– die Stadt beherbergte 700 auswärtige Personen, dazu zählten Soldaten, Evakuierte und in der Landwirtschaft mithelfende Kriegsgefangene.
– Am 4 und 5. November kam es zu starken Niederschlägen, die zu Hochwasser führten.
Durch verschiedene Dammbrüche wurden die tiefer gelegenen Flurteile (Flut, Pfortwiese, Hasengraben, Langer Acker, Brühl, Hinter Ringleben)
überflutet. Für die Beseitigung der Schäden wurden auch französische Kriegsgefangene eingesetzt
1941
– 19 Paare gaben für die Ehe sich das Ja-Wort, davon waren 10 Kriegstrauung.
– In der Nacht vom 8. zum 9. Juli fielen sieben Bomben auf das Wiesengelände im Rieth westlich der Stadt in Richtung Schwerstedt.
– Kartoffelkäferplage. Ca. 600 Personen zogen in die Flur um die Insekten von den Pflanzen abzulesen.
– Die Omnibuslinie Gebesee – Erfurt wurde durch die Reichsbahn übernommen.
– Durch ein Hochwasser entstanden Dammbrüche an der Gebesee – Schwerstedt-Henschlebener Grenze. Ein Bau-Ersatzbataillon aus Langensalza
beseitigen im Juni die Hochwasserschäden. Die Soldaten waren im Ort untergebracht.
– In mehreren Häusern tritt der Messingkäfer auf. Getreide, Heu, Stroh, Samen, Häute, Felle und vieles mehr können von ihm befallen werden.
1942
– die Landschaftsteile der Tretenburg, das Wäldchen „Am Klausberg“ und das Wäldchen bei der Einmündung der Gera in die Unstrut wurden
unter das Reichsnaturschutzgesetz gestellt.
1943
1944
– Dr. med. Hinze seit über 30 Jahren als einziger Arzt in Gebesee tätig-. Nach seinem Studium hatte er sich im November 1913 hier niedergelassen.
– Im Dezember waren in der Stadt ca. 900 Evakuierte und Bombenflüchtlinge untergebracht.
1945
– im März wurden in einigen Straßen und Plätzen Splitter-Gräben angelegt. Sie befand sich u.a. im Grünstreifen der Ringlebener
und in der Nordhäuser Straße.
– Am 10. April wurde Gebesee durch amerikanische Artillerie beschossen. Die Laurentiuskirche wurde durch mehrere Treffer beschädigt.
Die Turmspitze wurde durch einen Treffer vernichtet. Das Rathaus sowie 52 weitere Gebäude (Wohnhäuser und Stallungen) wurden beschädigt.
Bei dem Beschuss wurden 15 Einwohner getötet und mehrere verletzt.
– Die Brücken über die Gera und die Unstrut wurden durch die SS gesprengt. Später wurden Notbrücken errichtet.
– Auf dem Kirchturm der Laurentiuskirche wurde die weiße Fahne aufgezogen. Die Amerikaner stellten daraufhin die Beschießung der Stadt ein.
Am 11. April gegen 11:00 Uhr zogen amerikanische Truppen in unserer Stadt ein. Am 8. Juli werden sie durch sowjetisches Militär ersetzt.
1947–1960: Nachkriegszeit und Aufbau
- 1947: Gebesee zählt 4.100 Einwohner, darunter etwa 800 Umsiedler.
- 1947/48: Der Winter mit −38 °C gilt als der kälteste seit 100 Jahren.
- 1949: Einrichtung der Maschinen-Ausleihstation (MAS) in der Mühlstraße.
- Gründung der ersten landwirtschaftlichen Genossenschaft durch Gebeseer Bauern.
- 1951: Eröffnung des Landambulatoriums.
- 1954: Schließung der Fachschule für Kindergärtnerinnen; Einrichtung eines Jugendwerkhofs.
- 1955: Erste Jugendweihe in Gebesee.
- Einweihung des neuen Stadions mit Kegelbahn und Reitsportplatz.
- Gründung der LPG Typ III.
- 1957: Aufnahme der Tätigkeit des Schulhorts.
- Gründung der Arbeiter-Wohnungsbaugenossenschaft (AWG).
- Umwandlung der Grundschule zur zehnklassigen Mittelschule.
- 1958: Einführung des Unterrichtstags in der Produktion (UTP).
- Entstehung der Kleingartenanlage „Geratal“.
- 1960: Johanna Lüttge gewinnt olympische Silbermedaille im Kugelstoßen (Rom).
- Erstes öffentliches Fernsprechhäuschen in der Mittelstraße.
1961–1975: Infrastruktur, Kultur und Verwaltung
- 1961: Hochwasserereignis mit erheblichen Schäden.
- 1962: Bau einer großen LPG-Geflügelzuchtanlage unter Leitung von Kurt Fischer.
- 1963: Zusammenschluss der PGH des Friseurhandwerks mit Walschleben und Haßleben (Ltr. Bruno Konrad).
- 1964: Übergabe des Feuerwehrgerätehauses in der Robert-Koch-Straße.
- 1966: Einführung der 5-Tage-Woche.
- 1968: Großes Sängertreffen in der Laurentiuskirche.
- 1972: Eröffnung der Sommerfilmtage des Landkreises auf der Freilichtbühne des Schlosses.
- Radsportler Voigt/Müller erzielen DDR-Bestleistungen.
- Gründung des Gemeindeverbands Gebesee, Ringleben, Andisleben und Walschleben.
- 1973: Übergabe der neuen Polytechnischen Oberschule in der Thälmannstraße.
- 1974: Erweiterungsbau des Landambulatoriums für HNO-, Kinder-, Frauen- und Zahnmedizin.
- 1975: Erweiterung des Gemeindeverbands um Elxleben und Kühnhausen.
1978–1999: Spät-DDR und Wiedervereinigung
- 1978: Eröffnung eines Kinos im Obergasthof.
- 1986: Übergabe der großen Kaufhalle in der Robert-Koch-Straße.
- 1988: Beginn archäologischer Grabungen auf dem Klausberg.
- 1989: Bildung eines „Runden Tisches“ im Zuge des politischen Umbruchs.
- 1989–1990: Friedliche Revolution und Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands.
- 1990: Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Haßloch.
- 1991: Erscheinen des „Gebeseer Anzeigers“.
- Die Diakonie-Sozialstation nimmt ihre Arbeit auf.
- Die ehemalige POS erhält den Status eines Gymnasiums.
- 1992: Beginn umfangreicher Infrastrukturmaßnahmen (Abwasser, Gas, Telefon).
- Erschließung des Gewerbe-Mischgebiets „Gebesee-Süd“ (28 ha).
- 1994: Hochwasser mit Dammbrüchen und großflächigen Überschwemmungen.
- 1995: Gründung der Verwaltungsgemeinschaft „Gera-Aue“.
- Erscheinen des Amtsblatts „Anzeiger für die Gera-Aue“.
- 2000: Eröffnung der Tankstelle an der Erfurter Straße (Inh. Eberhard Wiegand).
- Beginn der Planungsarbeiten für die Mehrzweckhalle.
- 2025: Der Gebeseer Carneval Club (GCC) und die Kirmesgesellschaft etablieren sich als überregionale kulturelle Veranstalter.
- hat Gebesee 2.190 Einwohner
Kontakt
99189 Gebesee
Albrecht Fischer
F.: 036201 – 58033
